Sächsische Weinstraße

Deutschland
/
Lausitz
266 km

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Höhenmeter

Beschreibung

Vorsicht! Denn kein Mensch warnt Sie vor dieser Gefahr. Vor der Gefahr, dass Sie gar nicht mehr nach Hause wollen. Wer einmal durch die verträumten Weinberge entlang der Elbe gefahren ist, in den Hügeln der Sächsischen Schweiz umhergekurvt ist und die phantastischen Panoramen des Elbsandsteingebirges genossen hat, tja, dem fällt der Abschied schwer. So ruhig, so abwechslungsreich und so schön ist diese Region im Südosten Sachsens. Im ersten Abschnitt dieser 320 Kilometer langen Sachsen-Tour nehmen wir uns die Weinstraße vor. Sie ist 60 Kilometer lang, wurde 1992 ins Leben gerufen und führt von Pirna nach Diesbar-Seußlitz. Wer von der Autobahn kommt, fährt zunächst am rechten Elbufer entlang flussabwärts. Hinter Radebeul wartet mit Schloss Wackerbarth gleich das erste Highlight. Es gilt als das schönste Weingut Sachsens, und man sollte unbedingt eine Runde zu Fuß durch die Reben spazieren. Die Aussicht zwischen den Trauben hindurch auf das 1730 erbaute Schloss ist einfach großartig. Begleitet von schönen Blicken auf die Elbe fahren wir weiter nach Meißen. Auch in Deutschlands berühmter Porzellanstadt lohnt sich ein Halt. Man kann z. B. vom Uferparkplatz aus das typische Meißen-Foto schießen, durch die Altstadt schlendern, den Burgberg besteigen oder die - wirklich sehenswerte - Porzellanmanufaktur besichtigen. Das letzte Stück der Weinstraße bis Diesbar-Seußlitz ist gleichzeitig auch das schönste. Herrlich verschlungen folgt der schmale Asphalt der Elbe und gibt immer wieder reizende Blicke auf Wasser und Weinberge frei. Kleine Winzerdörfer wie Winkwitz und Zadel ziehen vorüber. Der Fahrbahnbelag wird holperiger, dafür hat man ihn fast für sich alleine. Der Doppelort Diesbar-Seußlitz entpuppt sich als eine Oase der Ruhe. Keine weinseligen Reisegruppen, keine sangesfreudigen Weinpröbler. Der Tipp: Am Elbufer das Bike abstellen, sich auf eine Bank setzen und das Farbenspiel der Natur beobachten. Zurück in Meißen, steuern wir Weinböhla an. Auf ordentlichem, gepflegtem Asphalt. Der Ort war vor 150 Jahren das größte geschlossene Weingebiet des gesamten Meißner Landes. Nachdem um die Jahrhundertwende der Spargel die Weinrebe völlig verdrängt hatte, besinnen sich die Winzer erst heute allmählich wieder der Weintradition des Ortes. Ab Weinböhla ist Moritzburg ausgeschildert. Ein unbedingtes Muss. Denn Sachsens schönste Wasserburg sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. In den sächsischen Barockfarben ocker und weiß gehalten, wurde Moritzburg von August dem Starken als Jagd- und Lustschloss errichtet. Der Bau beherbergt u. a. die größte Jagdtrophäen-Sammlung der Welt. Nächste Station ist Dresden. Um sich einen Überblick zu verschaffen, ist die Semper-Oper ein guter Ausgangspunkt. Die Maschine parkt auf dem großen Vorplatz, und man kann in aller Ruhe einen Blick auf die Dresdner Highlights werfen: Oper, Zwinger, Schloss, Altstadt. Wie wäre es mit einem Bummel entlang der Brühlschen Terrasse? Nicht nur die Cafés, sondern auch die Aussicht auf den Fluss und die Schiffsanlegeplätze sind traumhaft. Acht historische Schaufelraddampfer warten hier auf Gäste. Die Strecke von Dresden nach Wachwitz ist ein landschaftlicher Leckerbissen. Schmale, kurvenreiche Landstraßen, Blicke über die Elbe auf die links und rechts aufsteigenden Weinberge. In Wachwitz liegt der Königliche Weinberg. Königlich, weil hier 1824 der sächsische König August II. Land erwarb und mit dem Weinanbau begann. Auf dem Blauen Wunder, einer metallenen Hängebrücke aus dem vorigen Jahrhundert, geht es über die Elbe. Vorbei an Schloss Pillnitz, dem Lustsitz von August dem Starken, fahren wir nach Pirna, der Stadt der Giebel, Erker und Portale. Hier überqueren wir erneut die Elbe und nehmen Kurs auf Königstein und die Sächsische Schweiz. Woher dieser Name kommt, ist strittig. Eine Version besagt, dass zwei Schweizer Künstler 1766 die Region durchwanderten und sie auf ihrem Skizzenblock festhielten. Die Festung Königstein war zu damaliger Zeit das Hochsicherheits-Gefängnis Sachsens. Hier schmorten politische Gefangene wie der Sozialist August Bebel. Auch der Alchimist Johann Böttger wurde auf der Festung unter Verschluss gehalte. Er sollte Gold herstellen. Das gelang ihm zwar nicht, doch erfand er nebenbei das Porzellan. Die schmalen, griffigen Sträßchen der Sächsischen Schweiz laden zum Kurvenräubern ein. Zwar sind die Strecken nicht allzu lang, sie machen aber dennoch eine Menge Spaß. Zunächst geht es einmal im Bogen über Cunnersdorf und Schöna wieder zurück nach Königstein. Dann fallen wir von Bad Schandau aus ins wildromantische Kirnitzschtal ein. Kurve an Kurve, rauher Asphalt, eine astreine Strecke. Hinterhermsdorf liegt am Ende des böhmischen Grenzwinkels. Das Wasser der oberen Schleuse ist hier seit 1667 zum Flößen aufgestaut, und man kann herrliche Kahnpartien unternehmen. Eine zügig zu fahrende Panoramastraße führt von Sebnitz in Richtung Bad Schandau. Kurz vor dem Ort zweigen wir jedoch rechts nach Rathmannsdorf ab, überqueren auf einer kurvigen Etappe die Waitzdorfer Höhe und erreichen Hohnstein. Wie Königstein wurde auch die Burg Hohenstein als Kerker genutzt. »Wer da kömmt nach Hohenstein, der kömmt selten wieder heim«, hieß es damals. Heute dient die Anlage als Jugendherberge. Ein kurzes Stück in Richtung Pirna, dann links ab ins Elbsandsteingebirge hinein. Die berühmte Bastei ruft. Ihre Felsgruppen sind durch eine 76 Meter lange Brücke miteinander verbunden. Höhepunkt dieses Rundganges ist die Felskanzel, einer der schönsten natürlichen Aussichtspunkte Europas. Man sollte großzügig über Eintrittspreis und Menschenandrang hinwegsehen. Die atemberaubenden Aussichten sind es allemal wert. Wer unterwegs genau hinschaut, entdeckt farbige Punkte in den Felsen - Kletterer. Seit 1864 wird im Elbsandsteingebirge nämlich Klettersport betrieben. Geklettert werden darf nur an freistehenden Türmen. Magnesia, Klemmkeile und Wandringe sind verboten. Das geschieht zum Schutz der Felsen. Denn wie der Wald haben auch sie mit dem sauren Regen zu kämpfen. Der Tourismus fördert die Erosion ebenfalls. Die Zukunft des Elbsandsteingebirges steht deshalb leider auf wackligen Füßen. Wir fahren weiter über Lohmen, Liebethal und Eschdorf nach Weißig. Hier treffen wir auf die Bundesstraße 6, die uns zurück nach Dresden bringt. Reich verzierte Patrizierhäuser säumen den Weg, tolle Ausblicke auf die Elbe tun sich auf. Hier könnte man es aushalten.

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