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    Deutschland / Lausitz
    Startort zu dieser rund 400 Kilometer langen Tour ist Cottbus. Die Stadt ist ein Juwel. Weit von den touristischen Hauptrouten entfernt, führt sie fast schon ein Mauerblümchendasein. Dabei zieht sie einen mit ihrem hübschen Altmarkt sofort in den Bann. Die Giebelhäuser im sächsischen Barock sind liebevoll restauriert. Schmuckstück ist die 1573 eröffnete Löwen-Apotheke, die den Besucher in die wundersame Welt der mittelalterlichen Pillendreher entführt. Weiterhin sehenswert: das Jugendstiltheater am Schillerplatz und die etwas außerhalb stehende Spreewehr-Mühle. Ein Ausflug ganz anderer Art führt östlich von Cottbus nach Dissenschen. Dort wartet ein Aussichtspunkt, von dem man die Kraterlandschaft des Braunkohle-Tagebaus überblicken kann. Danach weiß man die Natur umso mehr zu schätzen. Auf kleinen und kleinsten Sträßchen schlängeln wir uns an der Spremberger Talsperre vorbei. Graustein, Schleife, Weißwasser. Linker Hand liegt Bad Muskau mit dem wohl einzigen Landschaftspark der Welt, durch den eine Staatsgrenze verläuft. Die taucht nämlich jetzt auf und wird von der Neiße markiert. Hüben Deutschland, drüben Polen. Eine schmale Straße begleitet Fluss und Grenze in Sichtweite. Neue Fahrbahndecke, lang gezogene Kurven, gepflegte Schräglagen, kaum Verkehr. Hier ist die Einsamkeit zu Hause. Hin und wieder huscht ein Weiler vorbei ­– das wars. Eine herrliche Fahrerei. Der Geist hat Auslauf und wird erst in Zentendorf wieder gefordert. Was will uns diese Skulptur am Straßenrand sagen? Verzweifelt reckt sie ihre Hände gegen den Himmel. Ihr Problem erfahren wir nicht, wohl aber den Weg zur Kulturinsel Einsiedel mit Café und rustikaler Feuerschenke. In Görlitz könnte man jeden Kostümfilm drehen. Beinahe unbeschädigt haben seine mittelalterlichen Häuser die Jahrhunderte überlebt. Wir holpern durch enge Pflastergassen und bestaunen dieses hübsche Konglomerat aus Gotik, Renaissance, Barock und Gründerzeit. Es gibt eine Unmenge zu sehen: die berühmte Rathaustreppe mit einer Justitia ohne Augenbinde, die Laubengänge und ihre Arkaden, die Sonnenuhr von 1550 an der Rats-Apotheke. Aus der Altstadt heraus gelangt man über Kaisertrutz, Obermarkt, Brüderstraße, Untermarkt und Neißestraße fast automatisch auf die B 99 in Richtung Zittau. Sie hält sich immer in Sichtweite des Grenzflusses und gibt motorradfahrerisch nicht allzu viel her. Ordentliche Fahrbahn, weite Bögen. Und schöne Aussichten hinüber nach Polen. Harte Kontraste säumen den Weg. Auf die hässlichen grauen Kühltürme eines Kraftwerkes folgen die prächtigen Mauern des Klosters Marienthal. Seit 1234 betreibt es der Orden der Zisterzienserinnen. Dass das Kloster überhaupt noch steht, ist dem Mut einer Äbtissin zu verdanken: Als die SS bei Kriegsende Marienthal sprengen wollte, weigerte sich die mutige Frau, das Kloster zu verlassen. Und rettete es so vor der Zerstörung. Die malerisch zwischen den steil ansteigenden Höhen östlich und westlich der Neiße gelegene Anlage verdient durchaus auch einen längeren Aufenthalt. In der historischen Klosterschenke und im Café kann man gemütlich einkehren, die Bäckerei verkauft leckere Süßigkeiten, die klösterliche Gärtnerei Öko-Gemüse. Knapp 20 Kilometer weiter liegt im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien das Städtchen Zittau. Sein Rathaus, der Palazzo Grande, verleiht dem großen Marktplatz einen Hauch von italienischem Flair. Bei „Quarkkollche mit Äppelpoabs“ (Quarkkeulchen mit Apfelmus) lässt es sich hier phantastisch im Freien sitzen. Wer genügend Luft hat, kann die 266 Stufen von St. Johannis hinaufsteigen und mit dem Türmer, Herrn Reinhart Rokitte, einen Plausch halten. Der trompetet zweimal am Tag vom Kirchturm herab, und die Glocken von sieben Kirchen antworten ihm. Über Lückendorf fahren wir ins Zittauer Gebirge hinein. Seine höchste Erhebung, der hinter dem gleichnamigen Dorf aufragende Kegelberg Oybin, ist 513 Meter hoch. Ganz ordentlich. Und so machen auch die 20 Kilometer durchs Zittauer Gebirge eine Menge Spaß. Viele Kurven, griffiger Asphalt, wenig Verkehr. Den Oybin kann man übrigens zu Fuß besteigen und wird oben von einer tollen Aussicht belohnt. In Großschönau lohnt sich ein Blick auf die über 80 Exponate des Motorradveteranen- und Technik-Museums. Danach geht es auf schmalen Nebensträßchen über Oberoderwitz mit seinen drei Windmühlen nach Obercunnersdorf. Der kleine Ort schlängelt sich kilometerlang am Dorfbach entlang und gilt als eines der besterhaltenen Sorbendörfer der Lausitz. Kurz vor Löbau blinkt aus der Ferne der König-Friedrich-August-Turm aus dem Jahr 1854. Das 28 Meter hohe Meisterwerk aus 70 Tonnen Gusseisen ist das einzige seiner Art in Europa. Also hinfahren. Turm und Aussicht sind beeindruckend. Ein Zeitsprung ins Mittelalter wartet in Bautzen. Türme, Basteien, Tore und Kirchen prägen das Bild der alten Festungsstadt. Steingewordene Geschichte. Kaum etwas wurde im Laufe der Jahrhunderte zerstört. Wahrzeichen Bautzens ist die Alte Wasserkunst. 1496 erbaut, hob dieses Pumpwerk das Wasser der Spree 38 Meter hoch auf Stadtniveau. Dort wurde es in die Röhrbrunnen geleitet, die damals eine sehr moderne Form der Wasserversorgung darstellten. Am nördlichen Stadtrand liegt das berüchtigte Gefängnis „Gelbes Elend“. Dort buchteten zuerst die Nazis und dann die Kommunisten ihre Gegner ein. Nach einem Tässchen im Sorbischen Café am Postplatz und einem Besuch im Jurassic-Parc in Kleinwelka nehmen wir Kurs auf Bischofswerda und Kamenz. Breiter, gut ausgebauter Asphalt. Das ändert sich jedoch, wenn die Route in Kamenz rechts abzweigt und die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft durchquert. Schmal und kurvenreich schlängelt sich die Straße zwischen Seen, Mooren und Heideflächen hindurch in Richtung Hoyerswerda. Wasser wartet auch in Senftenberg, dem Endpunkt der Tour. Dort schuf die Rekultivierung der ausgebaggerten Braunkohlegruben ein Paradies für Segler, Surfer und Angler.
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    Deutschland / Schwarzwald
    Die Motorradtour Schluchsee führt von Titisee-Neustadt über den Schluchsee und Sankt Blasien nach Todtnau und schließlich zum majestätischen Feldberg. Diese Route verspricht eine unvergessliche Fahrt durch malerische Landschaften, kurvenreiche Straßen und zu einigen der bemerkenswertesten Orte im Schwarzwald. Für Deine Planung im Vorfeld der Tour empfehlen wir unser Motorrad Reiseführer Schwarzwald . Außerdem kannst Du auf der Motorradtouren Schwarzwald Karte aus der FolyMaps Reihe Deine Touren vorab einzeichnen. Diese und weitere interessante Produkte kannst Du über unseren Shop bestellen. Wir beginnen die Motorradtour Schluchsee, eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de , in Titisee-Neustadt, einer charmanten Stadt am Ufer des gleichnamigen Sees. Hier kann man gut sein Basislager aufschlagen. Passende Schwarzwald Motorradhotels findest Du über unsere Bikerbetten Motorradhotel-Suche. Die Route der Motorradtour Schluchsee führt entlang der wunderschönen Schwarzwaldlandschaft zum Schluchsee, dem größten See der Region. Die Straßen schlängeln sich durch dichte Wälder und bieten Ihnen immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den glitzernden See. Hier legen wir eine Pause am Ufer des Sees ein und genießen die Ruhe und Schönheit der Natur. Weiter geht es nun nach Sankt Blasien, einem historischen Städtchen, das für sein imposantes Kloster bekannt ist. Über Todtmoos nach Todtnau, einem idyllischen Ort am Fuße des Feldbergs. Auf dem Weg dorthin begleitet Dich einer beeindruckenden Berglandschaft. Todtnau selbst ist bekannt für seine malerische Altstadt und den berühmten Todtnauer Wasserfall. Ein weiterer Höhepunkt der Motoradtour Schluchsee bildet der Feldberg, der höchste Gipfel des Schwarzwaldes. Die Straßen, die zum Gipfel führen, sind ein Paradies für Motorradfahrer mit ihren engen Kurven und Panoramaausblicken. Vom Gipfel des Feldbergs kannst Du dann die spektakuläre Aussicht über den Schwarzwald genießen. Weitere Motorradtouren im Schwarzwald findet man über unsere Tourensuche. Highlights der Motorradtour Schluchsee Titisee: Auf der linken Seite des Sees, der Schokoladenseite, gelangt man in den Ort hinein. Der hat trotz touristischem Rummel nach wie vor einen gewissen Charme. Cafétische stehen dicht an dicht. Schluchsee: Ort und See sind stets einen Besuch wert. Man kann ein paar Meter an der Promenade spazieren gehen und ein Tässchen Kaffee trinken. Seine heutige Größe erhielt der Schluchsee 1932 nach dem Bau einer Staumauer. St. Blasien: Das Wahrzeichen des gemütlichen Kurortes ist sein Dom. Dieses Meisterwerk des frühen Klassizismus wurde zwischen 1768 und 1782 nach Plänen eines französischen Architekten erbaut. Als Vorbild diente das Panteon in Rom. Todtmoos: Reizender Ort mitten im Naturpark südlicher Schwarzwald. Vom Hausberg, dem 1.263 m hohen Hochkopf, bietet sich ein weiter Blick, der bei gutem Wetter bis zu den Alpen reicht. Todtmoos zeichnet sich durch lange Sonnenscheindauer und mildes Reizklima aus. Todtnau: Die neun Gemeinden des Todtnauer Ferienlandes liegen mitten im Naturpark Südschwarzwald auf einer Höhe von 660 bis 1.490 Meter. Feldberg: Mit 1.493 m nicht nur der höchste Berg des Schwarzwaldes, sondern auch der deutschen Mittelgebirge außerhalb der Alpen. Sein Gipfel ist per Seilbahn oder zu Fuß zu erreichen. Tipp der Redaktion: Kennt Ihr schon die schönsten Pässe und Panoramastraßen aus dem Schwarzwald? Das sind unsere Highlights für Euch: Alexanderschanze Löcherbergwasen Schwarzwaldhochstraße B500 Kandel Schauinsland Feldberg Belchen Und nun viel Spaß auf der Motorradtour Schluchsee!
    Deutschland / Münsterland
    Telgte: In dem kleinen Straßendorf spielte die Novelle „Treffen in Telgte“ von Günter Grass. Münster: Im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, wurde die Fahrradstadt Münster wieder neu aufgebaut und präsentiert sich mit Domplatz und Prinzipalmarkt als architektonisches Schmuckstück. Schloss Hülshoff: In dem unaufdringlichen, schlichten Bau zwischen Münster und Havixbeck verbrachte die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff ihre Jugend. Etappe Nottuln – Münster: Kurz und knackig zirkelt die Route durch ein Stück unerwartet kurvenreiches Münsterland. Nordkirchen: Das „westfälische Versailles“ wurde von Conrad Schlaun nach dem Vorbild der Loire-Schlösser gebaut. Kurz vor der Stadt liegt der gleichnamige Motorradtreff. Ahlen: Im Jahr 1911 vom berühmten Bauhaus-Architekten Walter Gropius erbaut, dienen die Fagus-Werke heute als lebendige Bauhaus-Ausstellung. Warendorf: Schmucke Fachwerkstadt, ein Bummel zu Fuß lohnt sich immer. Rheda-Wiedenbrück: Die Doppelstadt mit dem hübschen Schloss Rheda gehört zu den Pflichtstopps bei jeder Münsterland-Tour.
    Deutschland / Erzgebirge
    Das Vogtland ist eine wunderschöne Region für Motorradtouren. Mit seinen wunderschönen Landschaften und kurvenreichen Straßen bietet es ein ideales Terrain für Biker. Geprägt von Wäldern, Hügeln und Wiesen bis zu den idyllischen Seen gibt es viel auf den Motorradtouren durch das Erzgebirge Vogtland zu entdecken. Genieße die Freiheit auf zwei Rädern! Klingenthal: Das Mekka für Skispringer. Die Vogtlandarena gilt als die modernste Großschanze Europas (Führungen). Seit dem 17. Jahrhundert werden in Klingenthal Musikinstrumente gebaut. Morgenröthe-Rautenkranz: Geburtsort von Siegfried Jähn, dem ersten Deutschen im Weltall (1978). Ihm wurde die „Deutsche Raumfahrtausstellung“ im alten Bahnhof gewidmet, eine kleine, aber feine sehenswerte Dauerausstellung mit nicht nur technischen und geschichtlichen Höhepunkten - hier lohnt es sich auf unseren Motorradtouren durch das Erzgebirge Vogtland einen Boxenstopp einzulegen. Talsperre Muldenberg: An der Staumauer mit der längsten Mauerkrone Sachsens befindet sich ein Parkplatz, von dem aus man zu Fuß auf und unterhalb der Staumauer spazieren kann. Etappe Klingenthal - Morgenröthe: Auf kleinsten Sträßchen durchs westliche Erzgebirge. Für alle, die nach dieser Kurventour durchs Vogtland noch nicht genug haben: einen perfekten Überblick über Motorradtouren im Erzgebirge bieten Dir unsere Bikerbetten Motorradkarten Deutschland Nord Ost oder unser Motorradreiseführer Deutsche Mittelgebirge. Das passende Hotel findest Du übrigens unter Motorradhotels Erzgebirge oder über unsere Bikerbetten Motorradhotel -Suche! Mit über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de haben wir noch eine weitere große Auswahl an Tourenvorschlägen.
    Deutschland / Brandenburg | Berlin
    Neuland erkunden, Ruhe finden – eine Genießertour. Prignitz: Der nordwestlichste Teil Brandenburgs entstand in der Eiszeit als flachwellige Moränenlandschaft, ihre höchste Erhebung misst 152 Meter. Sie gehört zu den ältesten Kulturlandschaften Brandenburgs und ist eine der am dünnsten besiedelten Regionen des Bundeslandes. Etappe Wittstock – Biesen: Verträumte Strecke durch die romantische Wittstocker Heide. Wittstock: Die reizende Stadt an der Dosse glänzt mit ihrer tollen historischen Altstadt, deren Glanzlicht das im neugotischen Stil 1905 erbaute Rathaus ist.
    Deutschland / Niedersachsen
    Eine äußerst entspannende Runde am Wasser entlang. Nordholz: Größter Ort der 2015 entstandenen Samtgemeinde Wurster Nordseeküste. Bad Bederkesa: Seit den 1920er-Jahren ist der gemütliche Ort ein landesweit bekanntes Kurbad. Himmelpforten: Jedes Jahr erreichen das örtliche Postamt zigtausende von Briefen an den Weihnachtsmann. Stade: Wo früher die Hanseschiffe entladen wurden, findet man heute Cafés direkt am Wasser. Wischhafen: Wer Technik mag, sieht sich das Schifffahrtsmuseum an. Etappe Cuxhaven – Nordholz: Verträumte Strecke entlang des Wattenmeers.
    Deutschland / Mosel
    Ein Sommermorgen im Moseltal. Der Frühdunst hängt noch über dem Wasser und hüllt den Fluss in Alabaster. Mit sonorem Brummen stampfen schwer beladene Lastkähne gegen die Strömung an. Die Sonne hat sich soeben hinter den steilen Weinbergen hervorgewagt und taucht die grünen Weinreben in das satte Licht des Morgens. Die kühle Luft zieht ins offene Visier hinein und beginnt sich allmählich zu erwärmen. Gelassen legt sich die Maschine in die ersten Kurven der Uferstraße, und in unserer Brust macht sich wieder einmal jene unbändige Freude breit, wie wir sie immer zu Beginn eines viel versprechenden Fahrtages verspüren. Das Herz schlägt uns bis zum Hals, und wir können nicht anders, als lauthals in die Morgenluft zu rufen: »Mosel, wir kommen!« Wer an einem solchen Tag die ersten Kilometer am Ufer der Mosel zurückgelegt hat, begreift schnell, dass diese Region schon längst ihr Kegelclub-Image abgelegt hat. Vorbei die Zeiten, in denen Busladungen trink- und sangesfreudiger Menschen zuerst mit billigem Wein abgefüllt und dann mit unverschämten Preisen über den Tisch gezogen wurden. An der Mosel wächst heute wieder ein erstklassiger Riesling, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, und in Sachen Kunst und Kultur hat sie mehr zu bieten als jeder andere deutsche Fluss. Um sich der Mosel im Motorradsattel zu nähern, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Man fährt morgens ein Stück am Flussufer entlang, schlägt dann einen Bogen in die Eifel, den Hunsrück oder die Luxemburger Schweiz hinein und kehrt nachmittags wieder an die Mosel zurück. Zweitens: Man gibt sich die Mosel pur und fährt einmal die gesamte Strecke zwischen Koblenz und der französischen Grenze ab. 240 Kilometer Intensivkur in Sachen Moselromantik. Fahrerisch eine harmonische, ausgeglichene Angelegenheit. Viel Stimmung, gelassene Schräglagen auf perfekt ausgebauter Uferstraße. Zunächst gilt es die Frage zu klären, welches ist das linke und welches das rechte Ufer. Bei Flüssen geht man immer von der Fließrichtung aus. Das heißt, die der Eifel zugewandte Seite der Mosel ist ihre linke, die Hunsrück-Seite die rechte. Von der Attraktivität her schenken sich beide Seiten nichts. Es ist eher eine Frage des Sonnenstandes, welches Ufer man wählt. Das linke erhält morgens mehr Licht, das rechte abends. Passender als das Deutsche Eck in Koblenz könnte kein Startpunkt für eine Moseltour sein. Dort fließt die Mosel in den Rhein und wird dabei von einem hoch zu Ross sitzenden Kaiser Wilhelm beobachtet. Direkt am Denkmal gibt es einen Motorradparkplatz und einen Imbiss. Die Aussicht auf Rhein und Mosel und die Festung Ehrenbreitstein am anderen Ufer ist gratis. Seit 1897 wacht Wilhelm der Große über das Deutsche Eck. 1945 wurde er von den Amerikanern vorübergehend aus dem Sattel geschossen, hinterher auf private Initiative eines reichen Koblenzer Bürgers wieder dorthin gesetzt. Wer möchte, kann vom Deutschen Eck aus noch zu Fuß einen Abstecher in die sehenswerte Altstadt machen, dann dirigieren wir das Motorrad auf die am rechten Moselufer verlaufende Bundesstraße 49. Schon nach ein paar Kilometern wachsen zu beiden Seiten der Fahrbahn die Weinberge aus dem Boden. Zwei Drittel von ihnen sind mit Riesling-Reben bewachsen. Der spritzige, säurehaltige Weißwein ist an der Mosel klar die Nummer eins. Die mineralhaltigen Schieferböden und der Wärmespeicher des engen Tales lassen ihn zu einem Tropfen heranreifen, der sich mittlerweile vor den klassischen Rieslinglagen im Rheingau nicht mehr zu verstecken braucht. Heikel ist indess seine Ernte: Da die Traube bis kurz vor Einsetzen des Frostes reifen muss, ist der Grat zwischen einem perfekten und einem misslungenen Jahrgang recht schmal. Mit Alken taucht der erste typische Winzerort auf. Überragt wird er von der Doppelburg Thurant; im Ortskern steht ein hübsches Fachwerkhaus neben dem anderen. An dem mächtigen Rundturm am Ufer wurden früher die Pferde gewechselt, als man die Lastkähne noch treidelte, das heißt, mit Muskelkraft gegen die Stömung ziehen musste. Die Route zeigt bei Burgen einen schönen Blick hinüber nach Hatzenport und passiert den Ort Treis. Dort wechselt sie für eine kurze Etappe auf die andere Uferseite zum Orsteil Karden. Weiter Richtung Cochem. Der Ort Pommern hieß in römischer Zeit »Pomaria«, Obstgarten. Wohl wegen seines ausgezeichneten Rieslings. In Klotten locken mehrere schöne Winzerhöfe, die in Richtung Weinberge stehende Kirche St. Maximin und die kleine Terrasse des Gasthauses Zur Post. Bei Klaus und Bettina Berens isst man nicht nur lecker zu Mittag, sondern wird als Motorradfahrer auch zuvorkommend behandelt. Am Eingang von Cochem überqueren wir die Mosel und gelangen im Stadtteil Cond wieder ans »richtige« Ufer. Rechts hinab zum Yachthafen, dort wartet der klassische Blick auf Cochem mit der Uferzeile im Vordergrund und der Reichsburg dahinter. Auf den nun folgenden 27 Kilometern bis Alf vollführt die Mosel fünf Kehrtwendungen. Fünfmal geraten die Himmelsrichtungen komplett durcheinander. Die Sonne kommt von allen Seiten. Der Grund für diese Pirouetten ist das Rheinische Schiefergebirge, das sich dem Fluss ab Trier in den Weg stellt. Dieses sehr harte Gestein zwang die Mosel dazu, sich ihren Weg regelrecht freizufräsen. Mal ging das leichter, mal schwerer. Das Resultat sind die berühmten Moselschleifen. Linker Hand kommt mit Beilstein eines der optischen Glanzlichter in Sicht. Schmale, steile Gassen und eine Vielfalt wunderschöner Fachwerkhäuser charakterisieren den winzigen Ort. In den 50er-Jahren wurde hier so mancher Heimatschinken gedreht. Hinter Senheim muss die Strecke nochmals aufs andere Ufer ausweichen, um die berühmte Schleife bei Bremm zu umfahren. Nach Alf über die Brücke, dann hat uns die rechte Seite wieder. Diese Doppelbrücke für Straßen- und Schienenverkehr galt bei ihrem Bau im Jahr 1878 als technisches Meisterwerk. Unmittelbar dahinter rollt die Maschine durch Merl, einen Vorort von Zell. Die Stadt der »Schwarzen Katz« wird das am Ufer hingestreckte Zell auch genannt. Auf vielen Schildern, Tafeln und Bildern in der netten Altstadt begegnet man dem Tier. Kein Wunder, ist es doch Namenspatron einer der besten Weinlagen an der Mosel. Das mittelalterliche Zell wurde leider 1848 durch einen Brand fast vollständig zerstört. Übrig geblieben ist unter anderem das 1542 erbaute Amtsschloss, ein noch sehr gut erhaltener Verwaltungsbau im Renaissance-Stil. Bei Traben-Trarbach dreht die Mosel erneut eine Ehrenrunde. Diesmal um den Festungsberg Montroyal herum. Das rebenbestandene Plateau oberhalb der Stadt wurde vom Sonnenkönig Ludwig XIV. zur Festung ausgebaut, die in Kriegszeiten bis zu 40.000 Menschen beherbergen konnte. Leider ging ihm während der Bauphase das Geld aus, so dass Montroyal niemals zum Einsatz kam. Traben-Trarbach verfügt über eine beachtenswerte Ansammlung von Jugendstilgebäuden. Sie stammen aus einer Zeit, in der die Bürgerschaft im Kampf um die repräsentativste Villa keine Kosten scheute. Der kleine Ort Wolf präsentiert alte Fachwerkhäuser und einen tollen Ausblick hinüber auf Kröv und seine Weinberge. Anschließend rollen wir durch die Ürziger Schleife nach Zeltingen-Rachtig. Die Doppelgemeinde gehörte seit dem 7. Jahrhundert zum Erzbistum Köln, wovon heute mehrere mittelalterliche Verwaltungsgebäude wie das Amtshaus und die Komturei zeugen. Kurz darauf fahren wir nach Bernkastel hinein. Die Stadt, die einst zu Trier gehörte, weist eine Besonderheit auf: Weil sie niemals zerstört wurde, besitzt sie heute einen der am besten erhaltenen historischen Kerne an der Mosel. Rechts unten am Moselufer liegt ein großer Parkplatz mit speziellen Flächen für Motorräder. Von hier aus lässt sich die Altstadt bequem zu Fuß erkunden. Außer seinen Fassaden hat Bernkastel noch ein kulinarisches Highlight zu bieten: Die Lage »Bernkasteler Doctor« bringt die besten und teuersten Weine an der Mosel hervor. Auf dem breiten und ganz leicht geschwungenen Asphalt der B 53 geht es durch das Winzerdorf Mülheim in Richtung Westen. Bei Niederemmel biegen wir nach Neumagen ab, wo im Ort rechts an der Durchgangsstraße das berühmte römische Weinschiff steht. Zusammen mit den Villen von Mehring, Longuich und Kenn sowie den Keltern von Maring, Piesport und Lieser gehört es zu den wichtigsten römischen Ausgrabungen an der Mosel. Die Römer waren es, die nach Jahrhunderten der Barbarei Kultur in die Region brachten. Sie bauten Wein an, errichteten Städte und legten Straßen an, die bis ins 19. Jahrhundert hinein die einzigen überregionalen Verbindungswege des Landes blieben. Ihre Gebietseinteilungen sind bis heute die Grenzen der Verwaltungsbezirke. Und die Sprache der Winzer ist zu 100 Prozent römischen Ursprungs. Dass sich die Römer an der Mosel so wohl fühlten, mag auch an dem hier herrschenden milden Klima gelegen haben. Die feucht-warme Witterung lässt eine Vegetationsvielfalt gedeihen, wie sie sonst nur im Mittelmeerraum vorkommt. So sind Orchideen an der Mosel keine Seltenheit. Nach Umrundung der engen Trittenheimer Schleife wechselt die Straße wieder ans linke Ufer und nimmt ab Schweich direkten Kurs auf Trier, die Hauptstadt der Moselregion. Sie windet sich an der Autobahn vorbei und erreicht die Trierer City, wo mit der Porta Nigra das am besten erhaltene römische Stadttor der Welt steht. Schon lange vor den Römern siedelte der keltische Stamm der Treverer an dieser Stelle. Die Römer übernahmen den Namen und nannten ihre Stadtgründung im Jahre 16 v. Chr. zu Ehren des Kaisers Augustus »Augusta Treverorum«, erhabene Stadt der Treverer. Trier ist so reich an antiken Schätzen, dass man Tage benötigen würde, um sie alle in Ruhe anzusehen. So beschränkt man sich am besten auf die Porta Nigra. Gleich neben dem Bauwerk wartet ein Motorradparkplatz, von dort aus sind es noch ein paar Schritte zu Fuß. Das Industrie- und Gewerbegebiet von Konz ist zugegebenermaßen keine Offenbarung. Doch hinter Wasserliesch kehrt die Moselidylle zurück. Die Fahrbahn wird nun schön schmal und kurvt locker durch Weinberge und Waldstücke. Immer wieder zeigt sie herrliche Aussichten hinüber nach Luxemburg. Luxemburg? Aber klar doch. Die Mosel spielt jetzt den Grenzfluss. In Nennig bildet der 160 Quadratmeter große Mosaikfußboden einer römischen Villa die letzte Gelegenheit, antike Luft zu schnuppern. Ein Großgrundbesitzer ließ sich hier im 2. Jahrhundert nach Christi nieder und baute eine der prächtigsten Villen an der ganzen Mosel. Alleine das Haupthaus war 100 Meter lang, die ganze Anlage maß 600 Meter. Das Gebäude um den Mosaikfußboden herum wurde wieder aufgebaut und gibt dem Besucher eine gute Vorstellung vom damaligen Leben. Die letzte Gemeinde auf deutschem Boden heißt Perl. Am Ortsende geht es hinüber nach Frankreich, wo die Mosel »Moselle« genannt wird.
    Deutschland / Mecklenburg-Vorpommern
    Stralsund: Die historische Bausubstanz der Hansestadt wurde nach der Wiedervereinigung saniert und präsentiert sich heute in einer bestechenden Optik. Prora: Ferienanlage der Nazis, im Rahmen von KdF, „Kraft durch Freude“, erbaut. Jährlich sollten 1,5 bis 2 Millionen Urlauber durch diese riesige Anlage geschleust werden, die jedoch nie fertig wurde. Putbus: 16 im perfekten Kreis angeordnete weiße Häuser - der „Circus“ ist ein Paradebeispiel für klassizistische Städteplanung im 19. Jahrhundert und für jeden Rügen-Besucher ein Muss. Ummanz: Auf der durch eine Brücke mit Rügen verbundenen Insel locken Ruhe und Natur. Ostseebad Binz: Rügens größtes und schönstes Seebad gefällt mit reizenden Belle-Epoque-Häusern und eleganter Strandpromenade. Lauterbach: Das idyllische Hafenstädtchen ist ein Geheimtipp für den ruhesuchenden Biker. Mönchgut: Die im Südosten von Rügen gelegene Halbinsel verfügt über kilometerlange Sandstrände. Sanfte Hügel und verträumte Fischerdörfer machen den Reiz dieser Landschaft aus. Bergen: Die Kreisstadt des Landkreises Rügen gefällt mit ihrem reizenden historischen Zentrum
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    Natürlich haben wir zu den vorgestellten Strecken auch Tipps zu Einkehrmöglichkeiten und diversen Highlights am Wegesrand zusammengestellt. Doch wir sind uns sicher, dass die jeweiligen Wirte im Gespräch vor Ort auf nette Nachfrage hin gerne weitere Geheimtipps preisgeben. Doch noch wichtiger: Sie sind auch im Notfall, etwa bei einer Panne, der richtige Ansprechpartner.

    Es ist übrigens nicht zwangsläufig nötig, sein eigenes Motorrad zu besitzen. Wer zunächst in diese Art von Urlaub hineinschnuppern möchte, kann bei einigen der vorgestellten Betriebe direkt oder bei einem Motorrad-Verleih im Ort einen entsprechenden fahrbaren Untersatz stunden- oder tageweise mieten.

     

     

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