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    Schweiz / Zentralschweiz
    Aarau: Die „Stadt der schönen Giebel“ erhielt ihren Namen von den über 70 reich bemalten Dachunterseiten in der historischen Altstadt. Die wird von einer gut erhaltenen Mauer aus dem 13. Jahrhundert umgeben. Rathausgasse und Kirchgasse bilden das zentrale Kreuz. Ein Spaziergang zwischen den hübschen spätgotischen Häusern ist ein Muss. Schon zur Römerzeit gab es an dieser Stelle einen Übergang über die Aare. Willisau-Stadt: 1101 dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen geschenkt, erhielt Willisau 1272 die Stadtrechte. Danach herrschten die Habsburger, die Willisau aus kriegstaktischen Gründen abbrennen ließen. Der Streit um Schadenersatz währte bis 1415. 2006 fusionierte Willisau-Stadt mit der Gemeinde Willisau-Land. Sursee: Schöne Lage am Sempacher See, Sitz der Firma Hostettler, des Schweizer Yamaha-Importeurs und Herstellers der Motorrad-Bekleidungslinie IXS. Beromünster: Das hübsche Städtchen mit seiner sehenswerten Stiftskirche St. Michael wurde europaweit bekannt, als dort 1931 der Schweizer Landessender eröffnet wurde. Das Programm des Schweizer Rundfunks war auf Mittelwelle in fast ganz Europa zu empfangen. Brugg: Die reizvolle Stadt entstand unter den Habsburgern an der engsten Stelle der Aare. Ihr historischer Kern ist mit wunderschönen Gassen und Gebäuden geradezu inflationär ausgestattet. Also hier auf jeden Fall den Motorradsattel verlassen und eine Runde zu Fuß gehen. Etappe Sursee – Sempach: Landschaftlich äußerst reizvolle Strecke am Sempacher See entlang.
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    Österreich / Vorarlberg
    Lech: Der bildhübsche Winter- und Sommersportort gehört zu den schönsten Bergdörfern Österreichs. Man sitzt draußen auf den Caféstühlen in der Sonne neben einem gluckert der noch junge Lech, vor einem ragen die Spitzen der Lechtaler Alpen in den Himmel. Flexenpass: 1.773 m hoch, rund und sauber zu fahren, seine Spezialität sind die beeindruckend in den senkrechten Fels gehauenen Galerien. Hochtannbergpass: 1.676 m hoch, lässt sich mit viel Schwung und Schräglagen fahren. Perfekte Fahrbahn, gute Übersicht, etwas für die Gasfraktion.
    Österreich / Tirol
    Jaufenpass: Der 2.094 Meter hohe Pass ist das fahrerische Highlight dieser Tour. Sterzing: Pittoreske Altstadt mit engen Gassen. Die prächtigen Häuser weisen auf die reiche Zeit als Handelsmetropole hin. Timmelsjoch: Der 2.474 Meter hohe Alpenübergang gehört zu den anspruchsvollsten und interessantesten Pässen der Alpen. Bozen: Historisches Zentrum mit schmucken Häusern und romantischen Gassen. Tipp: Am zentralen Waltherplatz anhalten und in der Citta-Bar ein Eis essen. Meran: Ein Bummel entlang der malerischen Kurpromenade ist ein Muss. Motorradparkplatz schräg gegenüber. Penser Joch: Rauer Klassiker.
    Schweiz / Graubünden
    Das Engadin gilt als eine der urigsten und natürlichsten Landschaften der Schweiz. Scuol: Der wunderhübsche Ort mit seinen reich verzierten Engadinerhäuser gilt als Kurzentrum des Unterengadins. Die „Sgrafitti“ genannten Wandmalereien haben in Scuol ihren Ursprung. Guarda: Auch hier stehen viele schöne alte Häuser mit geschnitzten Holztüren und kunstvoll geschmiedeten Geländern. Berninapass: 2.328 m, vorzüglich zu befahrene Bergstrecke. Unterwegs gibt es den berühmten Blick auf den Morteratsch-Gletscher. Livigno: Hübscher Ort, hier kann man günstig steuerfrei einkaufen.
    Österreich / Tirol
    Reit im Winkl: Der auf drei Seiten von Bergen umgebene Ort gilt im Winter als „Schneeloch“. Kitzbühel: In 800 Meter Höhe gelegen, entwickelte sich das frühere Kuhdorf zum prominentesten Skiort Tirols. Zum Glück hat Kitzbühel seinen rustikalen Charme dennoch nicht verloren. Bei allem Rummel um die Schönen und Reichen Kitzbühels vergisst man leicht, dass der Ort zu den schönsten und gemütlichsten Österreichs gehört. Pass Thurn: Schon die Kelten nutzten den Übergang über die Kitzbüheler Alpen, um Handel zu treiben. Heute garantiert die gut ausgebaute Trasse ungetrübten Motorradspaß. Gerlos Pass: In vielen kleinen Windungen zirkelt eine holperige Fahrbahn die Westrampe des Gerlos hinab. Oben hingegen geht es ruhig und entspannt durch das Naturschutzgebiet der Gerlosplatte (1.507 m). Kufstein: Die „Perle Tirols“ mit ihrer mächtigen Festung und ihrer hübschen Altstadt ist ein Muss bei jeder Tirol-Reise. Zell am Ziller: Das touristische Epizentrum des bekannten Zillertales ist wegen seiner bilderbuchhaften Innenstadt immer einen Besuch wert. Rattenberg: Herrliche historische Altstadt, der perfekte Ort für eine Pause.
    Österreich / Kärnten
    Können sich 1,6 Millionen Besucher pro Jahr irren? Wohl kaum. Also muss an der Faszination des Nationalparks Hohe Tauern etwas dran sein. Wer eine Auszeit vom Alltag braucht, ist hier goldrichtig. Was also liegt näher, als diesen Naturraum auf einer Tagestour zu erkunden? Startort unserer „Tour de Natur“ ist Heiligenblut. In der dortigen St.-Vinzenz-Kirche wird ein Fläschchen mit einer geheimnisvollen Flüssigkeit aufbewahrt: Der Legende nach soll es sich dabei um das heilige Blut Christi handeln. Die B 107 bringt uns flott und kurvenreich nach Winklern. Der 1325 errichtete Mautturm ist heute das Wahrzeichen dieser geschichtsträchtigen Stadt. Anschließend zirkeln wir über den 1.209 Meter hohen Iselsberg hinüber ins Tal der Drau, wo der Abstecher nach Lienz, in die Hauptstadt Osttirols, ein absolutes Muss ist. Dass in Osttirol die Uhren anders gehen, wie es die Osttiroler behaupten, erkennt der Besucher nicht nur im romantischen Lienz und seinem entspannten mediterranen Charakter, sondern auch beim Durchqueren des Pustertals. Links und rechts zielen die Spitzen der Karnischen Alpen und des Defereggenebirges steil in den Himmel, während drunten im Tal ein stilles Dorf auf das nächste folgt. Innichen und Toblach fordern den Pausenstopp mit anschließendem Bummel durch die historischen Ortskerne ein, danach zweigt die Route hinter Welsberg rechts ins Anzholzer Tal ab. Dort setzt sich die Abgeschiedenheit nahtlos fort. Wie schon im Pustertal scheint auch  hier die Zeit stehen geblieben zu sein. Stille Dörfer, einsame Bauernhöfe, grüne Almen, glückliche Kühe. Begrenzt wird das Antholzer Tal vom Staller Sattel. Der Knackpunkt dieses 2.502 Meter hohen Passes zwischen Österreich und Italien ist das einspurige Stück auf Südtiroler Seite. Schmal, kurvig, in oberen Bereich holperig. Da muss man seine Maschine schon sicher im Griff haben. Hingegen machen die acht sauber angelegten Kehren im Osttiroler Bereich uneingeschränkt Spaß und zaubern uns das bekannte breite Motorradfahrergrinsen unter den Helm. Die Ampelanlage wurde schon vor Jahrzehnten installiert, weil der Verkehr über den Staller Sattel irgendwann zu viel wurde und geregelt werden musste. Jetzt geht es bei Grünlicht alle viertel Stunde hinab ins Defereggental. In Huben klinkt sich die Route in die Felbertauernstraße ein. Die verbindet auf einer Länge von 65 Kilometern seit 1967 das Salzach- mit dem Drautal. In Matrei besuchen wir zuerst das Nationalparkhaus, wo das Wasser den Besucher durch die gesamte Ausstellung begleitet, dann setzen wir uns im Hintermarkt, dem historischen Ortskern Matreis, in einen Caféhaus-Stuhl und lassen den bezaubernden Rundblick auf uns wirken. Aus der Kernzone des Nationalparks führt die Felbertauernstraße hinaus in die so genannte Außenzone. Dort ist die traditionelle Bewirtschaftung der Natur durch Bergbauern erlaubt, alle großen technischen Projekte sind jedoch untersagt. Mittersill, der Sitz des Nationalparkzentrums taucht auf. Wunderschön an der Nordflanke der Hohen Tauern gelegen, war das Städtchen schon immer ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zweier bis heute bedeutender Routen – die Ost-West-Richtung durch das Salzachtal und die Nord-Süd-Verbindung über die beiden Pässe Thurn und Felber Tauern. In sanften Bögen führt die Bundesstraße 168 anschließend im Tal der Salzach entlang nach Osten. Zwei landschaftlich und fahrerisch absolut empfehlenswerte Abstecher führen hinein ins Stubachtal und Kapruner Tal. Auf  schmaler, zigfach gekringelter Fahrbahn wedeln diese beiden Sackgassen tief und steil in die Hohen Tauern hinein. Ein Tanz der Schräglagen und der heißen Reifen. Zur Belohnung gibt es am Ende beider Täler bezaubernde Blicke auf Stauseen und Bergspitzen. Für den Fall, dass man im Winter die Motorradstiefel mit Skistiefeln tauschen möchte: Das Skigebiet von Kaprun zählt zu den schönsten und anspruchsvollsten Österreichs. Ein Superlativ ist auch die Schlussetappe unsere heutigen Tour – die Besteigung des Großglockners im Motorradsattel. Kaum eine andere Passstraße in den gesamten Alpen lässt sich so harmonisch unter die Räder nehmen wie diese Route. Kehre anbremsen, runterschalten, Maschine umlegen, eine saubere Linie durch die Kurve ziehen, Maschine aufrichten, Gas aufmachen, hochschalten, beschleunigen, nächste Kehre. So geht das die ganze Zeit. Ein 40 Kilometer langer Riesenspaß für Könner und Einsteiger. Einziges Manko ist das fast durchgängige Überholverbot. Man sollte deshalb genau darauf achten, wer vor einem fährt. Ein Wohnmobil mit norddeutschem Flachlandkennzeichen kann sich nämlich schnell zum Alptraum entwickeln. Hat man jedoch freie Fahrt, sind die 23 Euro Maut bestens angelegt. Bleiben dann noch ein paar Euro für den Sundowner in einem Caféstuhl unten in Heiligenblut, geht ein fantastischer Motorradtag stimmungsvoll zu Ende. Tourlänge: ca. 420 km Roadbook: Heiligenblut – Winklern –  Lienz – Innichen – Toblach – Antholzer Tal – Staller Sattel – Defereggental – Huben – Matrei – Felbertauernstraße – Mittersill – Stubachtal – Kapruner Tal – Fusch – Großglockner Hochalpenstraße – Heiligenblut Highlight: Ein Bummel durch Lienz. Das Herz der Stadt, der von historischen Gebäuden gesäumte Hauptplatz, könnte ebenso gut irgendwo in Italien stehen. Auch das Klima trägt seinen Teil zum leichten Lienzer Leben bei – Lienz gehört zu den österreichischen Orten mit den meisten Sonnenstunden. Pässe-Info: Staller Sattel                            2052    10 %   11-5     20km Felbertauern Mautstraße           1650     10 %       -       71km Großglockner Hochalpenstr.     2506      12 %    11-4     45km
    Deutschland / Rhön
    Tann: Das reizende Städtchen in der hessischen Rhön gefällt durch sei¬nen von Fachwerkhäusern gesäumten Marktplatz. Drei Herrenhäuser stehen gleich um die Ecke: das Rote, das Gelbe und das Blaue Schloss. Geisa: Die Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte „Point Alpha“ wurde nach dem gleichnamigen Beobachtungspunkt der Amerikaner im Kalten Krieg benannt. Sie gilt als das aussagekräftigste Grenzmuseum Deutschlands. Vacha: An dem alten Handelsweg von Frankfurt nach Leipzig gelegen, war Vacha schon immer ein hart umkämpfter Ort. Die Burg Wendelstein zeugt davon. Etappe Vacha – Berka: Kurven, Kurven, Kurven – ein Traum von einer Motorradstrecke. Eisenach: Nicht nur wegen der Wart¬burg einen Besuch wert. Auch die historische Altstadt mit ihren vermischten Baustilen ist ein Muss. Hier wurde Johann Sebastian Bach geboren, hier ging Martin Luther zur Schule. 1896 wurde das Automobilwerk Eisenach gegründet, das später von BMW übernommen wurde.
    Deutschland / Niedersachsen
    Eine äußerst entspannende Runde am Wasser entlang. Nordholz: Größter Ort der 2015 entstandenen Samtgemeinde Wurster Nordseeküste. Bad Bederkesa: Seit den 1920er-Jahren ist der gemütliche Ort ein landesweit bekanntes Kurbad. Himmelpforten: Jedes Jahr erreichen das örtliche Postamt zigtausende von Briefen an den Weihnachtsmann. Stade: Wo früher die Hanseschiffe entladen wurden, findet man heute Cafés direkt am Wasser. Wischhafen: Wer Technik mag, sieht sich das Schifffahrtsmuseum an. Etappe Cuxhaven – Nordholz: Verträumte Strecke entlang des Wattenmeers.
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    Natürlich haben wir zu den vorgestellten Strecken auch Tipps zu Einkehrmöglichkeiten und diversen Highlights am Wegesrand zusammengestellt. Doch wir sind uns sicher, dass die jeweiligen Wirte im Gespräch vor Ort auf nette Nachfrage hin gerne weitere Geheimtipps preisgeben. Doch noch wichtiger: Sie sind auch im Notfall, etwa bei einer Panne, der richtige Ansprechpartner.

    Es ist übrigens nicht zwangsläufig nötig, sein eigenes Motorrad zu besitzen. Wer zunächst in diese Art von Urlaub hineinschnuppern möchte, kann bei einigen der vorgestellten Betriebe direkt oder bei einem Motorrad-Verleih im Ort einen entsprechenden fahrbaren Untersatz stunden- oder tageweise mieten.

     

     

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