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    Spanien / Picos de Europa
    Die Picos de Europa an der Biskaya im Norden Spaniens sind mit ihren vielen Gipfeln mit bis zu 2650 Metern Höhe und einer fantastischen Karstlandschaft das perfekte Motorradrevier – hier ist Fahrvergnügen garantiert. Die Gipfel Europas, die Picos de Europa – so nennt sich das mächtige Faltengebirge, das sich über Asturien, Kantabrien und Kastilien-León an der nördlichen Atlantikküste Spaniens erstreckt. Gleich hinter der Küstenlinie steigen die steilen Gipfel der Picos in die Höhe. Über 200 Gipfel des Gebirges überragen die 2000 Meter-Grenze – eine beeindruckende und ganz zu Unrecht oft unbekannte Region. Die höchsten Gipfel liegen inmitten des gleichnamigen Nationalparks, um den herum eine fantastische Route führt. Wir starten diese Rundtour in Cangas de Onis. Der freundliche Ort im Nordwesten der Picos lockt nicht nur mit einer uralten romanischen Brücke und einer netten Altstadt mit einladenden Bars und Cafés, sondern auch mit einem Campingplatz und gastfreundlichen Unterkünften. Zu empfehlen ist die Runde im Uhrzeigersinn, so scheint ab Mittag die Sonne mit dem Blick in die schönsten Ausläufer der Picos hinein. Auf der AS-114, AS steht für Asturia, geht es gen Osten. Zügig fahren wir auf der gut ausgebauten Straße durch die hier noch unspektakuläre, flach gewellte Landschaft. Grüne Weiden, Wäldchen, ein paar Häuser – bis Canales passiert nichts Spannendes, lockeres Cruisen ist angesagt. Dann ändert sich jedoch bald die Landschaft. Es wird immer bergiger, immer mehr der Gipfel tauchen rechts und links der Strecke auf und immer näher rücken die Felsen an die Straße. Entsprechend kurviger wird es auch auf dem Asphalt.  Die perfekte Vorbereitung für die folgenden spannenden Kilometer, auf die wir im kleinen Bergstädtchen Panes abbiegen. Hier führt die N-621 in südliche Richtung und kaum haben wir Panes verlassen, geht es schon los. Mit der Desfiladero de la Hermida bietet sich der perfekte Einstieg in die schroffe Bergwelt der Picos. Entlang des Rio Deva, der hier eine fantastische Schlucht in die Berge geschliffen hat, schlängelt sich der Asphalt durch die östlichen Ausläufer der Picos de Europa. Kleiner Weiler und Dörfchen huschen an uns vorbei, rechter Hand ragen die mächtigen Gipfel weit über 2000 Meter in die Höhe. Wir rollen nach Potes hinein. Mit seinen vielen uralten Bauwerken und der historischen Altstadt ist Potes als künstlerisch und geschichtlich bedeutsames Kulturgut besonders geschützt. Nicht ohne Grund, der Ortskern wirkt ungemein beeindruckend, die engen Gassen laden zum Bummeln und Entdecken, im Schatten der Festung mitten im Dorf locken ein paar einladende Cafés und Restaurants – der perfekte Platz für eine erholsame Pause. Zudem locken hier freundliche Unterkünfte und in die umliegenden Berge führen herausfordernde Wanderwege. Ein wenig südlich von Potes geht es dann ins Eingemachte. Ab La Vega warten die wildesten Kurvenkombinationen auf sportliche Moppedfahrer. Die recht gut ausgebaute N-621 lädt zum ordentlichen Kurvenspaß. In unzähligen Windungen und Serpentinen arbeitet sich die Straße hinauf in Richtung des 1675 Meter hohen Passes Puerto de San Glorio. Schon auf der Passhöhe, die die natürliche Grenze zwischen Kantabrien und Kastilien-León darstellt, lässt sich ein fantastisches Panorama genießen. Wer es noch ein wenig beeindruckender haben möchte, befährt die hier abzweigende rund zwei Kilometer lange Sackgasse zum Aussichtspunkt Collado de Llesba – es lohnt sich. Bei Portilla de la Reina verlassen wir die N-621 und über eine nicht minder kurvenreiche Bergstrecke geht es in westlicher Richtung über Posada de Valdeón auf den 1280 Meter hohen Puerto del Pontón hinauf. Wer noch Lust auf einen kleinen Abstecher hat, der biegt bei Posada de Valdeón rechter Hand in Richtung Cain de Valdeón ab. Der Ort liegt sehr schön am Ende einer Sackgasse gleich zu Füßen der höchsten Pico-Gipfel und ist ein recht beliebtes Ausflugsziel. Jenseits des Passes Puerto del Pontón schließt sich nach unzähligen Kurvenkilometern und Aussichtspunkten die Schlucht Desfiladero de los Beyos an. Hier führt die N-625 erneut spektakulär durch die hoch aufragenden Felswände. Vom nördlichen Ausgang der Schlucht bis zurück nach Cangas de Onis sind es dann nur noch ein paar ruhigere, erholsame Kilometer, womit sich der Kreis um die spannenden Picos de Europa schließt. Roadbook: Cangas de Onis, Canales, Panes, Desfiladero de la Hermida, Potes, La Vega, Puerto de San Glorio, Collado de Llesba, Puerto de San Glorio, Portilla de la Reina, Posada de Valdeón, Puerto del Pontón, Desfiladero de los Beyos, Cangas de Onis. Start- / Zielort: Cangas de Onis /  Cangas de Onis Länge: 210 km Highlight: Collado de Llesba – Der grandiose Aussichtspunkt, auch Mirador del Oso genannt, liegt etwa 1680 Meter hoch und ist über die gut zwei Kilometer lange asphaltierte Stichstraße vom Puerto de San Glorio erreichbar. Er liegt an der Grenze zwischen Kantabrien und Kastilien-León. Von hier bietet sich der beste Blick über die Picos de Europa. Auf dem nahe liegenden Gipfel thront das mächtige steinerne Bären-Denkmal. Der Fußweg dorthin lohnt sich allein schon wegen des fantastischen Panoramas. Die lebenden Braunbären Region wird man als motorradfahrender Tourist allerdings wohl eher nicht zu Gesicht bekommen.
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    Schweiz / Waadt / Frankreich
    Rund um den Genfer See führt eine abwechslungsreiche und landschaftlich richtig schöne Uferstrecke. Mediterranes Ambiente und tolle Panoramen wechseln sich im Minutentakt ab. Die Tour ist eine von über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Der Genfer See ist der wasserreichste See Mitteleuropas. Seine rund 170 Kilometer lange Uferstraße wollen wir heute ab der schönen Stadt Genf unter die Reifen nehmen. Schon nach einigen Minuten entlang des Nordufers verebbt der Genfer Trubel. Versoix, das kleine Städtchen mit dem großen Hafen taucht auf. Im Café, gleich neben der Mole und mit Sicht auf das glitzernde Wasser, lässt sich die beschauliche Postkartenidylle am besten genießen. Ab Versoix beginnen die interessanten Weingüter entlang des Seeufers. Hochherrschaftliche Häuser ragen umgeben von schattenspendenden Laubbäumen in den Himmel. Ihnen zu Füßen liegen die langen, schnurgeraden Reihen der Reben. La Côte nennen sich die hervorragenden sonnenverwöhnten Lagen. Nyon, das ehemalige Römer- und Fischerdorf, empfängt uns mit gewaltiger Blumenpracht und himmlischer Ruhe. Einmal im Jahr ist es damit allerdings vorbei. Ende Juli fallen beim Paléo Festival über 200 000 Besucher in die Stadt ein, um drei Tage lang bei Rock, Pop und Folk abzurocken. Durch Nyons kleine Gassen kurven wir hinauf zum Schloss. Auf der dem See zugewandten Seite des Gemäuers präsentiert sich uns ein fantastischer Blick über den Ort und den See – ockerfarbene Ziegeldächer, gespickt mit unzähligen Erkern, Gauben und Türmchen, schmale Sträßchen und in der Ferne lässt sich bei guter Sicht das gewaltige Massiv des Mont Blanc erkennen. Weiter geht’s entlang der Uferstraße. In Rolle, dem einstigen Hauptort des Kantons Waadt, reihen sich die Häuser mit ihren einladenden Geschäften und Bistros, schönen Fassaden mit unzähligen Klappläden. Im historischen Stadtkern finden sich noch zahlreiche Patrizierhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, und gleich am Seeufer errichteten die Grafen von Savoyen das Schloss von Rolle. Gut zwanzig Kilometer weiter folgt Lausanne, die fünftgrößte Stadt der Schweiz. Es gibt viel zu gucken, unzählige Geschäfte mit bunten Auslagen, viele Cafés und vor allem jede Menge Limousinen und Sportwagen, die scheinbar gerade den Ausstellungsräumen der teuersten Autohäuser entsprungen sind. Am zentralen Hafen Lausannes lasse ich das Motorrad ausrollen. Ein paar Schritte durch das sprudelnde Stadtleben müssen einfach sein, die Kantonshauptstadt ist schließlich reich an Kultur, Sehenswürdigkeiten und Kontrasten. Kaum sind wir wieder heraus aus Lausannes Treiben, biegen wir ab auf die Route de Vin. Mit der  herrlichen Landschaft des Lavaux beginnt einer der schönsten Abschnitte entlang des Genfer Sees. Hier startet auch die Corniche de Lavaux, die sich durch steile Weinterrassen immer Höher durch  eines der bekanntesten schweizer Weinbaugebiete windet. Es geht malerisch hoch über der Küste entlang und die herrlichen Panoramen wirken fast wie die Blicke von den grandiosen Corniches bei Nizza. Lecker wird es am Ende der Corniche in Vevey. Der Ort ist heute ein wichtiges Zentrum der Schokoladenindustrie. Hier wurde die erste Schokoladenfabrik der Schweiz gegründet, dabei entstand auch die eine oder andere kleine Schokoladenmanufaktur. Viele der süßen Köstlichkeiten finden sich in den Schaufenstern und Theken der Veveyer Läden wieder. In Montreux müssen wir unserem musikalischen Held die Referenz erweisen. Freddy Mercury, Frontmann von Queen und musikalisches Ausnahmetalent, verbrachte in Montreux seine letzten Lebensjahre. Am Seeufer steht eine beeindruckende Statue von ihm, überlebensgroß, in wohlbekannter Pose, ganz so, wie ihn seine Fans liebten. In großem Bogen umkreisen wir das Ende des Genfer Sees. Bei Chessel überqueren wir die Rhône, wenig später beginnt bei St. Gingolph der französische Teil des Seeufers. Hier liegt die Uferstraße zumeist gleich am Wasser. Mellerie, der kleine romantische Ort, bietet sich für einen kurzen Abstecher an. Es gibt einladende, freundliche Cafés entlang des Ufers – genau der richtige Ort, um sich ein bisschen mit Koffein zu stärken. Ein Getränk der ganz anderen Art präsentiert einige Kilometer weiter Évian-les-Bains. Seit 1826 wird hier das weltweit bekannte Evian-Mineralwasser aus der Cachat-Quelle abgefüllt. Hinter Thonon-les-Bains verlassen wir die Hauptstraße, folgen den Schildern nach Yvoire. Das Blumendorf darf sich offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählen. Hierher locken mittelalterliches Ambiente, unglaublicher Blumenschmuck, ein schnuckeliger, kleiner Hafen und das Schloss mit seinen urigen Türmchen. Ab hier folgen wir dann weiter dem Südufer und rollen bald wieder hinein in das Treiben der Genfer Innenstadt. Roadbook: Genf, Versoix, Nyon, Rolle, Lausanne, Corniche de Lavaux, Vevey, Montreux, Chessel, St. Gingolph, Mellerie, Évian-les-Bains, Thonon-les-Bains, Yvoire, Genfer. Start- / Zielort: Genf / Genf Länge: 170 km Highlight: Wissenswertes – Der Genfer See, im französisch-sprachigen Raum Lac Léman genannt, ist nach dem Plattensee der zweitgrößte See Mitteleuropas. Durch seine Tiefe bis zu 310 Metern ist er dafür aber der wasserreichste. Er liegt im Südwesten der Schweiz, das Nordufer ist schweizerisch, fast das gesamte Südufer gehört zu Frankreich. Seine Umrundung entlang der Uferstraße ist etwa 170 Kilometer lang. Die Fischerei auf dem Genfer See findet heute nur noch in ganz kleinem Rahmen statt. Es gibt nur noch wenige Berufsfischer. Dafür hat die Personen- und Ausflugsschifffahrt enorm gewonnen. Eine Tour mit einem der zahlreichen Schiffe über den See ist fast wie eine kleine Kreuzfahrt und besonders bei sonnigem Wetter der pure Genuss.
    Frankreich / Normandie
    Die französische Alabasterküste in der Normandie fasziniert mit den höchsten Steilklippen am Ärmelkanal, mit einladenden Hafenstädtchen und herrlich aussichtsreichen Küstenstraßen. In Dieppe, der quirligen Hafenstadt an der Mündung des Flusses Arques, beginnt diese abwechslungs- und aussichtsreiche Tour entlang der Küste des Ärmelkanals. Die beeindruckende Burg der Stadt, das geschäftige Treiben in den Gassen des schönen und interessanten Zentrums, aber auch der riesige, breite Strand locken zu einem ausgiebigen Besuch des Hauptortes der gleichnamigen Arrondissements. Nicht verpassen sollte man auch den fantastischen Ausblick von der Aussichtsterrasse gleich oberhalb des Châteaus am Boulevard de la Mer. Von hier aus lässt sich dann auch gleich in Richtung Südwesten entlang der Küste starten. Die Küstenstraße D75 schlängelt sich direkt hinter der Stadtgrenze durch grünes Land. Oberhalb der Kreidefelsen führt sie durch Weiden und Wiesen bis nach Pourville-sur-Mer, wendet sich dort vorerst vom Meer ab, um bei Quiberville erneut direkt entlang der bildschönen Alabasterküste zu verlaufen. Sotteville-sur-Mer und Veules-les-Roses mit ihren netten Promenaden führen uns weiter nach Saint-Valery-en-Caux, für uns eines der interessantesten Städtchen dieses Küstenabschnittes. Die uralten Häuser am riesigen Yachthafen, der alte Leuchtturm aus dem Jahr 1872 und die einladenden Cafés und Bars der Hafenstadt verleihen einen urigen Flair und der wirklich sehenswerte Aussichtspunkt Falaise d'Aval am nordwestlichen Stadtrand erlaubt einen tollen Blick auf die schönsten Abschnitte der berühmten Steil- und Kreideküste. Über Veulettes-sur-Mer geht es weiter nach Saint-Pierre-en-Port. Kurz vor dem Hafenort Saint-Pierre-en-Port sollte man jedoch unbedingt den Abstecher an die Felsformationen der Les Grandes Dalles machen. Die riesigen alabasterfarbenen Kreidefelsen, die hier weit über 100 Meter über dem tiefblau schimmernden Meer in den Himmel ragen, gaben dem gesamten Küstenabschnitt ihren Namen. Dutzendfach wurden sie gemeinsam mit den naheliegenden etwas kleineren Petites Dalles auf den Werken der alten Meister abgebildet. Es ist schon enorm beeindruckend, diese mächtigen Kreidefelsen so hoch über sich aufragen zu sehen. Einige Kilometer westlich erreichen wir Fécamp. Der einladende Hafenort mit seinen riesigen Kiesstränden ist sehr beliebt. Hier ist fast immer etwas los, in den Bars und Restaurants direkt am Hafen gibt es leckere Fischgerichte und im historistischen Palais Bénédictine aus dem 19. Jahrhundert wird der köstliche Kräuterlikör Bénédictine destilliert, den man unbedingt mal probieren sollte. Der einstige Fischerhafen Yport liegt sehr idyllisch inmitten steiler Kreidefelsenklippen etwa mittig zwischen Fécamp und Ètretat. Er geht bisweilen etwas unter zwischen den beiden bekannten Bade- und Hafenorten, ein Besuch lohnt sich aber. Sehr bekannt ist dagegen Ètretat, nicht zuletzt dank der 70 Meter hohen, schneeweiß im Meer leuchtenden Felsnadel Aiguille und der weiteren urigen Felsformationen der dortigen Kalksteinküste. Die locken jährlich viele Zehntausende Besucher an die Alabasterküste. Auf der weiteren Küstenstrecke in Richtung Le Havre, der größten Stadt der Normandie, lockt noch der Abstecher hinunter an den Ölhafen Port pétrolier in der Nähe des Cap d'Antifer. Hier gibt es ein sehr einladendes Strandcafé mit leckerem Essen und der Blick in Richtung Süden entlang der weiteren Steilküste ist legendär. Le Havre ist nicht nur die größte Stadt der Normandie, sondern auch der zweitgrößte Hafen Frankreichs. Die hochinteressante Stadt mit ihrem modernen Stadtkern, den ewig langen Promenaden und der sehenswerten Küstenlinie bietet reichlich Stoff für lange Besuche. Südöstlich von ihr führt die spektakuläre Pont de Normandie über die Mündung der Seine. Sie verbindet mit den Städten Le Havre und Honfleur die Haute-Normandie mit der Basse-Normandie. In Honfleur, der bildschönen Hafenstadt im Département Calvados, beenden wir unsere Tour entlang der Alabasterküste. Aus dem einst eher unbedeutenden Hafen- und Fischerörtchen ist dank seiner gut erhaltenen Altstadt und der schönen Anlagen ein heute recht beliebter Urlaubsort geworden, in dem sich ein Besuch unbedingt lohnt. Roadbook: Dieppe, Pourville-sur-Mer, Quiberville, Sotteville-sur-Mer, Veules-les-Roses, Saint-Valery-en-Caux, Veulettes-sur-Mer, Les Grandes Dalles, Saint-Pierre-en-Port, Fécamp, Yport, Ètretat, Port pétrolier am Cap d'Antifer, Le Havre, Honfleur. Start- / Zielort: Dieppe / Honfleur Länge: 165 km Highlight: Pont de Normandie – Die 1995 eröffnete, 2141 Meter lange Brücke gilt mit einer Spannweite von 856 Metern als größte Schrägseilbrücke Europas. Ihre Bauzeit betrug sieben Jahre. Sie führt in 52 Metern Fahrbahnhöhe über die Seine-Mündung, ihre Gesamt-Höhe beträgt 203 Meter. Die Maut für Autos beträgt bis zu 13,50 Euro, Motorradfahrer dürfen umsonst. Die Überfahrt ist ein tolles Erlebnis. Bei schwerem Sturm wird die Pont de Normandie auch schon mal komplett geschlossen.
    Italien / Piemont
    Rund um den zweitgrößten italienischen See führen spaßige und aussichtsreiche Routen. Über drei spannende Abstecher geht es zudem auf kurvenreichen Bergstrecken in die umliegenden Ausläufer der Alpen. Das kleine Premeno, hoch über dem Lago Maggiore in den Bergen des Piemont gelegen und nur nach einer wahren Kurvenorgie zu erreichen, ist der ideale Ausgangspunkt für diese abwechslungsreiche Berg- und Seentour um den zweitgrößten See Italiens. Unser Basislager ist das freundliche Hotel Moderno, das wir am frühen Morgen über die noch völlig leere Strada Cadorna oberhalb des Lago Maggiore durch den dichten, grünen Wald verlassen. Bald schon passieren wir den Pass Il Colle in rund 1250 Metern Höhe zu Füßen des Monte Spalavera und rollen wenig später an einem spektakulären Aussichtspunkt unterhalb des Monte Pian Bello aus. Das umliegende Bergland ist ein beliebtes Mountainbike- und Wander-Revier und der Blick von hier oben auf den See und das gegenüber liegende Luino mit den Bergen des italienisch-schweizerischen Grenzgebirges ist wirklich grandios. Bei Trarego windet sich der Asphalt über knackige Serpentinen wieder steil hinunter ins Tal. Das in den See hineinragende Cannero Riviera erblicken wir von oben wie aus einem landenden Flugzeug. Immer größer wird der interessante Ort rechts unter uns und bald haben wir die SS34, die Uferstrecke des Lago Maggiore erreicht. Nur eine knappe handvoll Kilometer folgen wir ihr in nordöstlicher Richtung, dann biegen wir schon wieder auf die nächste Bergstraße ab. Es geht auf der Strada Provinciale 75 in Richtung Santa Maria Maggiore. Nun folgen knapp 30 Kilometer Kurvenspaß durch waldiges Bergland, vorbei an kleinen, verschlafenen Dörfchen, einsamen Höfen und dichtem Grün. Zwar müssten wir bei Malesco, kurz vor Santa Maria Maggiore, rechts in Richtung Schweiz abbiegen, aber wir wollen dem rührigen Bergstädtchen mit seinen urigen Gassen in der Altstadt noch einen Besuch abstatten. Keine zehn Kilometer später überqueren wir die Grenze zur Schweiz und gelangen so in das Tessiner Tal Centovalli. Umgeben von bildschönen Zweitausendern geleitet uns das einst als Kaminfegertal bezeichnete Tal des Bergbachs Melezza hinunter ans Seeufer ins mondäne Locarno. Die malerische Stadt mit ihrem mediterranen Flair lebt vom Tourismus und protzt mit einer interessanten Altstadt, dem Kastell und der Piazza Grande. Ab Vira verläuft die Via Cantonale 2 stetig am Seeufer entlang, um rund zehn Kilometer später als Strada Statale SS394 wieder zurück nach Italien zu führen. Bald erreichen wir Luino, die größte Stadt am Ostufer des Sees. Weiter geht es gen Süden. Bei Laveno-Mombello pendelt die Fähre quer über den See und in Sesto Calende haben wir dann auch das Südende des Lago erreicht. Ab hier führt uns die SS33 erneut gen Norden. Oft direkt entlang des Ufers geleitet sie uns nach Stresa. In Stresa, dem interessanten Kurort, der nicht zuletzt in Ernest Hemingways tragischem Roman „In einem andern Land“ Erwähnung findet, drehen wir eine Runde durch den Ort. Durch die frühe Anbindung an die Bahnlinie Paris-Mailand und den Simplon-Orient-Express blühte schon früh der Tourismus und entsprechend viel ist auch heute noch hier los. Eine Runde motorisiertes Sightseeing gönnen wir uns, dann folgen wir den Schildern zum Mottarone, dem Hausberg Stresas. Der fast 1500 Meter hohe Monte Mottarone ist auch via Seilbahn zu erreichen und bietet eine grandiose Sicht auf die umliegende Region. Für kleine Maut lässt er sich auch über eine Privatstraße erreichen. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Auch die anschließende Bergab-Passage hinunter an den Lago d'Orta macht richtig Spaß. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, also gönnen wir uns noch als dritten und letzten See auf dieser Runde den Lago di Mergozzo. Der kleine Bergsee gilt als einer der saubersten Seen Europas, Motorboote sind hier grundsätzlich nicht erlaubt. Auf der P54 genießen wir noch ein paar idyllische Blicke aufs Wasser, dann nehmen wir endgültig wieder Kurs auf Premeno. Quer durch die Provinzhauptstadt Verbania mit ihren interessanten Gärten und Parks steuere ich das Mopped über die kurvenreiche SP55 hinauf und bald trudeln wir wieder in Premeno ein, wo wir heute morgen diese abwechslungsreiche und kurzweilige Seenrunde starteten. Roadbook: Premeno, Monte Spalavera, Viggiona, Cannobio, Santa Maria Maggiore, Locarno, Luino, Laveno-Mombello, Sest Calende, Arona, Stresa, Il Mottarone, Orta San Giulio, Lago d'Orta, Omegna, Lago di Mergozzo, Verbania, Premeno. Start- / Zielort: Premeno / Premeno Länge: 260 km Highlight: Simplonpass und Lötschbergtunnel – Die perfekte Idee für die Heimreise: Über den Simplonpass und anschließend mittels der originellen Eisenbahn-Verladung durch den Lötschbergtunnel. Nach der grandiosen Naturkulisse des Simplonpasses geht es zu Füßen des Großen Aletschgletschers nach Goppenstein. Dort pendelt im 30-Minuten-Takt der Zug durch den 15 Kilometer langen Eisenbahntunnel nach Kandersteg. Mit dem Motorrad fährt man durch Seitentüren in eine Art Gepäckwagen, dann geht es schon los. Der 15minütige Spaß kostet 19 Euro inklusive Fahrer und Sozia.
    Deutschland / Rhön
    Wegen ihrer baumlosen Gipfel wird die Rhön auch als „Land der offenen Ferne“ bezeichnet. Das wissen nicht nur die Segelflieger zu schätzen, die auf der Wasserkuppe ihr Mekka haben. Auch im Sattel eines Motorrades profitiert man von den herrlichen Aussichten in der Rhön. Fulda, der Ausgangspunkt dieser Tagestour, liegt äußerst reizvoll im Tal des gleichnamigen Flusses. Im Osten der ehemaligen Bischofsstadt erheben sich die Berge der Rhön, im Westen beginnen die Hügel des Vogelsberges. Prunkstück des hübschen Städtchens ist sein Schloss, die ehemalige Residenz der Fuldaer Fürst-Äbte. Es wurde während der Renaissance erbaut und verfügt über einen herrlichen Park. Ein Bummel zu Fuß durch Fulda ist also vor dem eigentlichen Beginn unserer Runde keine schlechte Idee. Ein Muss dabei ist die Einkehr im Café Glück in der Friedrichstraße. In gemütlichem Ambiente warten auf den Gast hausgemachte Kuchen, eigene Marmelade und leckere Bagels. Alles regional, bio oder fair. Glück gehabt. Wir verlassen Fulda vorbei an Petersberg und peilen den Ort Hofbieber an. Kleine, verkehrsarme Landsträßchen verhelfen der Tour zu einem ruhigen, entspannten Auftakt. Ein kurzer Abstecher hinüber zum Schloss Bieberstein. Das prachtvolle, imposante Barockschloss hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich und dient heute als Internat. Danach geht es weiter Richtung Osten. Allmählich kommt Schwung in die Geschichte, die ersten Kurven bergauf kündigen sich an – die Rhön naht. In der Ortschaft Tann, wo es das gut gemachte und höchst interessante Museumsdorf Rhön zu besichtigen gibt, biegen wir nach rechts ab und klinken uns bis Hilders kurz auf die B 278 ein. Auf einer kurvigen und gut ausgebauten Nebenstraße durchqueren wir Frankenheim und erreichen schließlich den Ort Leubach. Ab hier nehmen wir den perfekten Asphalt der Hochrhönstraße mit dem Motorrad unter die Räder. Die Hochrhönstraße bringt uns in die Nähe des Schwarzen Moores. Motor aus, Helm ab, Jacke über die Schulter. Denn von einem großen Wanderparkplatz aus kann das 60 Hektar große Hochmoor zu Fuß erkundet werden. Ein drei Kilometer langer Weg aus Holzbalken führt bis an die so genannten „Mooraugen“ heran. Das sind kleine Weiher und Tümpel, die noch nicht von der Moorvegetation zugewachsen sind. Wieder zurück im Motorradsattel, führt uns die Motorradtour durch die Rhön vom Schwarzen Moor aus kilometerlang über die kahle Plateau-Fläche der Rhön. Aussichten ohne Ende, fast wie aus der Kanzel eines Segelflugzeuges. Klar, dass die Flieger die Rhön zu ihrem Mekka machten. Dann zirkelt die Route hinab nach Bischofsheim. Der sehr hübsch in einem Tal gelegene Ort ist nicht nur ein beliebter Sommer- und Winterferienort, sondern auch eine der wichtigsten Städte der Rhön. Unser Tipp: Am Marktplatz anhalten und bei einer Tasse Kaffee das Stadtbild mit seinen historischen Häusern und dem Barockbrunnen genießen. Wer möchte, kann auf der Motorradtour Rhön auf die Wasserkuppe fahren. Dazu muss man auf der Fahrt nach Bischofsheim unterwegs einen Abstecher über Ehrenberg hinauf zur Wasserkuppe einlegen. Auf dem höchsten Berg der Rhön sind seit den 1920er-Jahren die Segelflieger aktiv. Der Berg mit seinem fast ebenen Kamm und seiner guten Thermik bietet den lautlosen Gleitern optimale Bedingungen. Lust auf einen Sitzplatztausch? Von dem kleinen Segelflugplatz werden Rundflüge angeboten. Gleich hinter dem Ortsende von Bischofsheim weist ein Schild den Weg hinauf zum Kreuzberg. Der „heilige Berg“ der Franken, wie der 928 Meter hohe Kreuzberg auch genannt wird, ist vor allem wegen des guten Essens und des dunklen Bieres berühmt, das die Franziskanermönche im Garten der Klosterkirche auf den Tisch stellen. Das Kloster erreicht man vom Parkplatz aus zu Fuß in ca. 15 Minuten. Kurz darauf gelangen wir in das Tal der Sinn. Wir passieren Wildflecken, ein idyllisch vor der Kulisse der Rhön liegendes Dorf und fahren ein ziemliches Stück am gleichnamigen Truppenübungsplatz entlang. Wir unterqueren einen Viadukt der Autobahn A 7 und rollen nach Bad Brückenau hinein. Dort wartet eine hübsche Altstadt mit Fachwerkfassaden und Dächern aus Holzschindeln. Das Heilbad Brückenau ist durch gepflegte Promenadenwege mit dem benachbarten Staatsbad verbunden, das mit wunderschönen alten Kuranlagen glänzt, in denen schon König Ludwig I. seine Gallen- und Blasenleiden auskurierte. Weiter auf der B 27 Richtung Fulda. In Volkers bietet sich ein Abstecher hinauf zum Volkersberg an, von wo man einen herrlichen Rundblick genießt. Die B 27 mit ihrem perfekten Belag und ihren abwechslungsreichen Kurven und Kehren lässt keine Langeweile aufkommen. Wer hätte das von einer Bundesstraße gedacht? Aber hier in der Rhön vermitteln selbst die größeren Durchgangsstraßen eine Menge Fahrspaß. Einige Kilometer weiter wird die B 27 vierspurig und bringt uns flott zum Ausgangspunkt nach Fulda zurück. Highlight: Alle Neune Hessisches Kegelspiel nennt sich eine Reihe kegelförmiger Vulkanberge nördlich von Fulda zwischen den Ortschaften Eiterfeld und Schenklengsfeld. Die Aussicht von unten auf die Bergkuppen ist ebenso beeindruckten wie der Blick von oben herab. Roadbook: Fulda – Petersberg – Hofbieber – Tann – Hilders – Leubach – Bischofsheim – Kreuzberg – Wildflecken – Bad Brückenau – Volkers – Fulda (ca. 150 km) Motorradtreffs: Schlitz-Pfordt: Landgasthof Porta, kleiner gemütlicher Treff. Hofbieber:Biker-Treff Rhön/Rhön-Stern-Hotel, Gastwirt mit Herz für Biker. Wasserkuppe: Am Wochenende trifft man sich am Segelflugplatz, mehrere Lokale und Läden.
    Italien / Ligurien Toskana
    Man muss nicht unbedingt Vegetarier oder gar Veganer sein, um an dieser Tagestour durch das ligurische Hinterland Geschmack zu finden. Garantiert ist für jeden Gaumen etwas dabei. Sie heißen Trombette und stammen ursprünglich aus Albenga. Gemeint sind die mild und leicht nussig schmeckenden Zucchini, die man häufig an der ligurischen Küste zum Kauf angeboten bekommt. Im Unterschied zu den herkömmlichen Zucchini sind die Trombette schmäler, länger und haben eine hellgrüne Farbe. Wer auch immer abends in der Ferienwohnung oder vor dem Zelt ein Essen zubereitet – eine Portion Trombette dürfen als Gemüseanteil nicht fehlen. Neben seinen speziellen Zucchini hat Albenga auch noch eine bezaubernde Altstadt zu bieten und empfiehlt sich dadurch als perfekter Ausgangspunkt zu dieser Tour. Das historische Zentrum wird von einer Stadtmauer umschlossen und macht durch seine hohen und schlanken Türme auf sich aufmerksam. Diese ehemaligen Wohntürme der Adligen gibt es sonst so nur noch in San Gimignano. Um in den kriegerischen Zeiten des Mittelalters in Ruhe wohnen und schlafen zu können, zogen sich die Menschen in die oberen Stockwerke dieser Türme zurück. Entlang flächendeckender Obst- und Gemüsegärten führen die ersten Kilometer der Tour nach Ceriale und Borghetto und weiter hinauf zur Sella di Alzabecchi (807 m). Guter Belag, flüssig zu fahren, eine geschmeidige Angelegenheit. Rund um das kleine Dorf Carpe wechseln sich gut angelegte Kehren mit aussichtsreichen Geraden durch den karstigen Berghang ab. Vorbei an dem halb verfallenen Bergrestaurant geht es hinab nach Strada. Die folgende Auffahrt zum Colle Scravaion (814 m) schlängelt sich mit wenig Steigung durch den Wald. Ganz anders die Abfahrt: Mit ihren spektakulären in den Fels gehauenen Serpentinen ist sie das Beste, was diese Region fahrerisch zu bieten hat. Unterwegs kommt man an zwei Burgruinen vorbei und fährt durch ein mittelalterliches Dorf. Der Ort heißt Castelvecchio di Rocca Barbena, gilt als eines der hübschesten Bergdörfer der Region und ist Mitglied in der Vereinigung der schönsten Orte Italiens. Wie geschaffen für eine kleine Pause zwischendurch mit Cappuccino und Brioche con Marmellata (Aprikosenmarmelade) oder Crema. (Vanillecreme). In der Regel bedient man sich in italienischen Bars an der Theke selbst und nimmt das Brioche mit einer Serviette aus der Vitrine. Eine zügige Verbindungsetappe bringt uns hinüber ins Valle Pennavaria. Die Auffahrt zum Colle di Caprauna zieht sich lange hin. Der Belag ist ordentlich, die Strecke flüssig zu fahren. Immer wieder eingestreute Kehren sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Für eine kurze Beschleunigung der Pulsfrequenz sorgt ein zweihundert Meter langer, dunkler Felstunnel. Nach dem Genuss des Panoramas von der einsamen Passhöhe stürzen wir uns in die wesentliche kürzere Abfahrt hinab ins Tal des Flusses Tanaro. Entspannt bringt uns die Provinzialstraße 428 am Wasser entlang nach Ormea. Wir befinden uns nun im Piemont. Ormea liegt auf 740 Meter Höhe und empfängt uns mit engen Gassen und mittelalterlicher Bausubstanz. Zeit für die Mittagspause? Dafür ist Ormea der passende Platz. Weiter auf der 428 am Tanaro entlang nach Garessio. Der Ort liegt idyllisch in einem von Kastanienwäldern bestandenen Hochtal. Danach wird’s spannend: Ein schmales, einsames Bergsträßchen zirkelt vom Tal aus ins Gebirge hinein, liefert die eine oder andere Schräglage und trifft schließlich in Calizzano auf die Richtung Colle di Melogno führende Hauptstraße SP 490. Die beginnt in Sachen Belag recht anständig, um weiter oben schlechte Manieren zu zeigen. Besonders die vielen Längsrillen entpuppen sich als heikle Angelegenheit. Ruinen von ehemaligen Steinbaracken kündigen das Forte Centrale an. Es steht auf der Passhöhe (1.028 m) und stammt aus dem Jahr 1883. Die Straße quetscht sich mitten durch die historischen Gebäude des Forts. Die Anlage wurde von den Liguriern als Verteidigungsposten errichtet, um diesen wichtigen strategischen Posten gegen die Piemonteser zu schützen. Dahinter nimmt sich die Route in eleganten Kurven die Westrampe des Passes vor. Die gefällt mit astreinem Belag und weiten Ausblicken auf das Meer und die Bergwälder Liguriens. Im Ortsteil Marina von Finale Ligure hat uns die Riviera wieder. Das gemütliche Badestädtchen ist ein echtes Juwel. Ein breiter, feinsandiger Küstenstreifen, eine von Palmen gesäumte Strandpromenade, schöne alte Stadthäuser mit Arkaden schmücken den Ortskern. Dass wir gerade jetzt in Marina Ligure einlaufen, ist ein Glückfall, passt doch die Stunde exakt zum Aperitif. Während dieser für jeden Italiener wichtigsten Phase des Tages trifft man sich nach der Arbeit und vor dem Abendessen, um zur Ruhe zu kommen, Appetit aufzubauen und ein wenig zu plaudern. Ein Ende dieser Tagestour ohne Aperitif – völlig unmöglich. Tourlänge: ca. 170 km Roadbook: Albenga – Ceriale – Borghetto – Sella di Alzabecchi – Strada – Bardineto – Colle Scravaion – Castelvecchio di Rocca Barbena – Valle Pennavaria – Colle di Caprauna – Ormea – Garessio – Calizzano – Colle di Melogno – Finale Marina – Albenga Highlight: Der Aperitif nach der Tour. Ein Klassiker ist der Aperol Spritz, ein Mixgetränk aus Prosecco und dem Bitter Aperol. Gerne getrunken wird auch Campari in allen Variationen oder ein Glas Prosecco pur. Wer noch fahren muss, greift zum alkoholfreien San Bitter oder Crodino. Dabei handelt es sich jeweils um ein Gemisch aus Wasser, Kräuterextrakten, Aromen und Zucker. Als norditalienische Besonderheit werden zum Aperitif Häppchen gereicht, die schnell mal die Ausmaße eines Imbisses annehmen können. Das sind in der Regel Erdnüssen, Kartoffelchips, belegte Brotscheiben, Käse, Oliven oder Pizzastücke. Pässe-Info: Colle Scravaion   814   7%     17km Colle di Caprauna 1379  11% 16km Colle di Melogno 1028  9%     10km
    Deutschland / Schwarzwald
    Der mittlere Schwarzwald um Schramberg und Hornberg ist gelebte Idylle. Mehr Tannenwälder, Bauernhöfe und Bollenhüte findet man sonst nirgends im Schwarzwald. Auch die Motorradstrecken können sich hier sehen lassen. Wolfach ist ein Städtchen mit sympathischem Flair. Eine gepflasterte Durchfahrt, ein Stadttor, eine Brücke über die Kinzig, bunte Häuser, viele Straßencafés. Wer noch nicht gefrühstückt hat, sollte es hier unter einem Sonnenschirm unbedingt nachholen. Die Strecke nach Hausach führt danach landschaftlich reizvoll am Ufer der Kinzig entlang. Ein Gürtel von Sumpfwiesen, mit gelben Blumen gesprenkelt, breitet sich am Flussufer aus. Weiter führt die Route in Richtung Gutach. Schwarzwald pur. Aus Gutach stammt übrigens der berühmte Bollenhut, das Wahrzeichen des ganzen Schwarzwaldes. Das Prachtstück besteht aus elf großen und drei kleinen Bollen. Ledige Mädchen tragen sie in Rot, die verheirateten Frauen in Schwarz. Kurz vor Hornberg zweigt rechts ein Sträßchen nach Elzach ab. Zigfach gekrümmt schlängelt es sich in den Wald hinein. Sein Belag fordert das Fahrwerk heraus, dafür glänzen die Kurven mit gleichmäßigen Radien und guter Übersicht. Hinter einem Sattel zeigt das Sträßchen wieder Manieren und wedelt gut ausgebaut am Ufer der Elz entlang talwärts in Richtung Elzach. Eine Kreuzung, ein Schild mit der Aufschrift Haslach. Wir folgen ihm und landen auf einer ordentlich ausgebauten Straße, die in runden und sauberen Bögen einen Berg hinaufführt. Gute Sicht nach vorn, griffiger Belag unter den Reifen. Die Heidburg, eine kleine Passhöhe, wird überquert, dann geht es auf der anderen Seite hinab nach Haslach. Hinter Haslach, dem einstigen Silberbergbau-Städtchen, nehmen wir Kurs auf Steinach. Diese Nebenroute folgt in eleganten Biegungen dem Lauf der Kinzig. Kurz vor Biberach biegen wir nicht ins Ortszentrum ab, sondern bleiben einfach auf der Hauptstraße und treffen automatisch auf die B 415 in Richtung Lahr. Sie hat es gehörig in sich, diese so genannte Bundesstraße. Mit gepflegtem Asphalt versehen, nimmt sie sich in herrlichen Kurven den bewaldeten Berg zwischen Biberach und Seelbach vor. Schuttertal heißt dieser abgelegene Landstrich. Eine Handvoll schneller Kehren bringt uns in Richtung Kenzingen zuerst den Berg hinauf und danach hinab ins Muckental. Eine kleine, aber feine Rundfahrt beginnt. Sie führt auf schmalem, wenig befahrenem Asphalt über Bleichheim nach Freiamt. Kurven ohne Ende, freie Sicht nach vorn. Grandioser Fahrspaß. Die Hauptrichtung Schuttertal bringt uns nach Schweighausen und Elzach. In Oberprechtal folgt die Route dem Lauf der Elz und nimmt den Abzweig nach Triberg. Was die Karte verspricht, hält die Realität: In einer nicht mehr enden wollenden Folge von Wechselkurven zirkelt ein Sträßchen an einem sprudelnden Gebirgsbach entlang. Weite Radien, gute Übersicht, zügiges Tempo. Die Augen kleben auf der Fahrbahn, um zwischen den Bodenwellen den besten Strich zu finden. Hinter der Wilhelmshöhe taucht der Ort Schonach mit seinen beiden Skisprungschanzen auf. Von dort sind es nur noch ein paar Kilometer, bevor man nach Triberg, den zentralen Ort der schwarzwälder Kuckucksuhren-Herstellung, hineinrollt. Hinter Triberg quetscht sich die B 33 in perfekt ausgebauten Kehren durch die Gutach-Schlucht hinab nach Hornberg. Tempo 60 vermiest allerdings größtenteils den Appetit auf Schräglagen. Das 5.000-Einwohner-Städtchen Hornberg begrüßt den Besucher mit seiner markanten Burgruine. Von dort aus hielt man im 16. Jahrhundert eines Tages Ausschau nach dem Herzog von Württemberg, der sich für einen Besuch angekündigt hatte. Man erkannte am Horizont eine Staubwolke, hielt sie für den herzoglichen Tross und feuerte die Salutkanonen ab. Doch stattdessen kam ein Bauer mit seiner Viehherde vorbei. Als endlich der Herzog auftauchte, war keine Munition mehr da. Der Landesfürst war sauer, und die Hornberger waren blamiert. Seither gehen Geschichten mit einem ähnlichen Schluss aus wie das »Hornberger Schießen«. Bis Schramberg ist lockeres Kurvenschwingen angesagt. Die Straße tastet die Konturen der Bergflanke ab. Die Heimat der Junghans-Uhren. Mitte des 19. Jahrhunderts produzierte die Firma als erste in Deutschland Uhren nach amerikanischem Vorbild in Massenproduktion. Am Image hat sich seither nichts geändert – noch heute ist Junghans DIE deutsche Uhr schlechthin. Interesse an einem Mitbringsel? Im Werksverkauf gibt es die Uhren mit Rabatt. Ein kleines holperiges Sträßchen kringelt sich an einem Bach entlang nach Tennenbronn. Dann dürfen die Federelemente aufatmen, denn die folgende Strecke über St. Georgen nach Königsfeld gehört mit ihrem ebenen Belag wieder zur angenehmeren Sorte. Von Königsfeld zurück nach Schramberg sind Kupplung und Getriebe gefordert: Eine gemischte Wald- und Wiesenpartie wirft uns eine Palette unterschiedlichster Kurven vors Vorderrad. In gemächlichen Bögen geht es danach über Schiltach zum Startort Wolfach zurück. Highlight: Unter einem Dach Zwischen Hausach und Gutach wartet an der rechten Straßenseite ein optischer Höhepunkt dieser Tour: die Vogtsbauernhöfe. Hier handelt es sich um ein Freilichtmuseum, in dem mehrere typische Bauernhöfe aus dem Süd- und Mittelschwarzwald samt Nebengebäuden aufgebaut sind. Alle stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, waren vom Abriss bedroht und wurden hier Stein für Stein wieder aufgebaut. Man sieht eine heute kaum mehr vorstellbare Einheit von Arbeit, Freizeit und Familienleben. Herrschaft, Knechte, Mägde, Vieh und Vorräte – alles war unter einem Dach untergebracht. Roadbook: Wolfach – Hausach – Gutach – Elzach – Haslach – Biberach – Elzach – Schonach – Triberg – Hornberg – Schramberg – Tennenbronn – St. Georgen – Königsfeld – Schramberg – Wolfach (ca. 240 km) Motorradtreffs: Schonach: Bierstüble Zum Uhrenträger, als Mitglied des Motorradclubs Lauben hat Chef Rainer ein Herz für  Motorradfahrer. Oberwolfach: Gasthof Linde, nicht nur traditionsreiches Motorradhotel, sondern auch beliebter Bikertreff. Oberharmersbach: Gaststätte Schülle, badische Küche, Fremdenzimmer, Tourguide.
    Österreich / Steiermark
    Südwestlich von Graz liegen die Lavanttaler Alpen, deren Gipfel die 2.000-Meter-Marke locker übersteigen. Wenig befahrene Straßen kurven durch diese Gebirgsregion und machen daraus ein Motorradparadies. Touristisch nicht überlaufen, motorradfahrerisch eine Herausforderung. Die Motorradtour " Vom Motorradsattel in den Pferdesattel" ist eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Solltest Du noch keine Unterkunft haben, dann findest Du passende Motorradhotels in der Steiermark über unsere Bikerbetten Motorradhotel-Suche. Für alle, die sich über die Region und die Pässe in der Umgebung informieren möchten, empfehlen wir unsere Spezialkarte FolyMap Alpenpässe oder unsere FolyMaps Motorradkarten-Set Alpen Österreich Schweiz. Darüber hinaus findest Du weitere interessante Produkte in unserem Shop. Wer an Österreich und Motorrad fahren denkt, der denkt an Tirol, an die großen Pässe zu Italien und an den Großglockner. An die Steiermark garantiert nicht. Was schade ist, denn in diesem südöstlichen Bundesland Österreichs gibt es sehr wohl Mittelgebirge und alpine Regionen, die zum Motorradfahren geradezu herausfordern. Unsere Rundtour durch die Lavanttaler Alpen starten wir in Graz, in der Landeshauptstadt. Mit 290.000 Einwohnern nach Wien die zweitgrößte Stadt Österreichs, blickt Graz auf eine lange Geschichte zurück. Schon die Römer siedelten im Grazer Feld, später die Slowenen, deren Wort „Gradec“ für „kleine Burg“ der Stadt ihren Namen gab. Die Grazer Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, ebenso Schloss Eggenberg. Klarer Fall also: Vor der Tour bummeln wir ausgiebig durch das Grazer Zentrum und trinken vielleicht einen Mokka, wie der Espresso in Österreich heißt, oder eine Melange (halb Kaffee, halb Milch) oder einen kleinen Braunen, der aus einem Mokka mit Milch oder Schlagobers (Sahne) besteht. Über Seiersberg verlassen wir Graz in südliche Richtung nach Lieboch, um dort die B 70 Richtung Westen nach Köflach zu nehmen. Gepflegter Asphalt mit weiten Bögen empfängt uns hier. Genau das Richtige, um in aller Ruhe die Sahne vom Kaffee heute Morgen zu verdauen. Köflach taucht auf. Im Ortsteil Piber werden die berühmten Lipizzanerpferde gezüchtet. Sie gelten als die älteste Kulturpferderasse der Welt. Früher im slowenischen Lipica gezüchtet, kommen die Fohlen mittlerweile im steierischen Köflach zur Welt. 95 Prozent der Lipizzaner sind Schimmel, werden jedoch dunkel geboren und erst zwischen sechs und zehn Jahren weiß. Die meisten Pferde gehen an die Spanische Hofreitschule in Wien, wo sie nach der klassischen Reitkunst ausgebildet werden. Hinter Köflach ändert die Straße nicht nur ihre Nummer von 70 in 77, sondern wechselt auch ihren Charakter. Die Bögen werden enger, immer mehr Kurven werfen sich vors Vorderrad, bis der steile Schlussspurt auf den Gaberl uns alle Register ziehen lässt. Eine Motorradstrecke vom Feinsten. Der Gaberl Pass liegt auf 1.547 m Höhe und diente schon den Römern zur Überquerung dieses Teils der Stubalpe. Auch die Abfahrt lässt uns die Schräglagen in vollen Zügen genießen, und so bedauern wir es fast, dass die Route ein Stück vor Kleinlobming links abzweigt. Aber keine Angst: Der Kurventanz geht weiter. Ein schmales, im oberen Teil recht holperiges Sträßchen zirkelt zum 1.543 Meter hohen Hirschegger Sattel hinauf. Die Abfahrt verläuft etwas ruhiger, streift den Ort Hirschegg, klinkt sich dann in die B 70 ein, um anschließend den Packsattel zu stürmen. Nur 1.169 Meter ist er hoch, dieser Alpenübergang, beschenkt uns aber reich mit Fahrspaß. Kaum im Tal angelangt, wartet mit der Passstraße über die 1.668 Meter hohe Weinebene das nächste Schmankerl. Die Kurven fallen diesmal etwas weiter aus, machen aber dennoch viel Freude. Schmale Fahrbahn, oft geflickt – hier ist Konzentration gefragt. Deutschlandsberg mit seiner mächtigen Burganlage kommt in Sicht. Hinter der Stadt, die man übrigens mit Betonung auf der zweiten Silbe ausspricht, fahren wir über Frauental nach Groß St. Florian, um ab dort über St. Martin und Steyeregg nach Eibiswald zu kurven. Die hübsche Gemeinde verfügt trotz ihrer nur 1.400 Einwohner über ein eigenes Kino, das vom Fleischermeister betrieben wird. Die lang gezogenen Kurven der B 69 bringen uns zügig nach Leutschach und Schlossberg, in dessen Nähe mitten in einem Park das romantische Schloss Trautenburg steht. Fast parallel zur Grenze nach Slowenien kurven wir nun auf der Südsteirischen Weinstraße zwischen Rebhängen hindurch nach Osten und biegen dann nach Norden Richtung Wagna und Leibnitz ab. Leibnitz, die Wein- und Kulturstadt, besitzt ein gemütliches Zentrum mit Hauptplatz, Rathaus, Mariensäule und Schloss. Die Schlussetappe dieser Tour führt uns mehr oder weniger eng am Ufer der Mur entlang. Die in den Niederen Tauern entspringende Mur ist der wichtigste Fluss der Steiermark. Auf ihrer Länge von 450 Kilometern fließt sie noch durch Slowenien und Kroatien und mündet schließlich an der kroatisch-ungarischen Grenze in die Drau. Uns hingegen bringt sie direkt nach Graz zurück. Einer der bekanntesten Söhne von Graz ist ein gewisser Arnold Alois Schwarzenegger, der 1947 hier geboren wurde. Obwohl er heute in den USA lebt, ist der „Gouvernator“ in seinem Herzen noch immer Österreicher oder besser gesagt Grazer. Und darauf sind die Grazer ziemlich stolz. Tourlänge: ca. 350 km Roadbook: Graz – Seiersberg – Lieboch – Köflach – Gaberlpass – Hirschegger Sattel – Packsattel – Sankt Gertraud – Weinebene – Deutschlandsberg – Frauental – Groß St. Florian – St. Martin – Steyeregg – Eibiswald – Leutschach – Schlossberg – Leibnitz – Graz Highlight: Der Besuch beim Lipizzanergestüt Piber in Köflach. Täglich finden mehrere Führungen statt. Auf spannende Weise erfährt man hier alles über Zucht, Haltung und Geschichte dieser eleganten weißen Pferde. Sogar beim Training in der Reithalle darf zugeschaut werden. Pässe-Info: Gaberlpass                  1551       6 %    -    52km Hirschegger Sattel        1543     16 %    ?    27km Packsattel                    1169     10 %    -     21km Weinebene                   1668     16 %    -     43km
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