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    Schweiz / Basel-Zürich
    Jetzt mal ganz ehrlich. Appenzeller. Dieses Wort kennen die meisten doch nur von der Käsetheke. Warum also nicht mal ins Appenzeller Land touren, um seinen Horizont zu erweitern. Als Bonus wartet auf dieser Runde eine relaxte Mischung aus Hochalpen und Mittelgebirge auf uns. Übrigens: Diese Motorradtour ist eine 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Für einen perfekten Überblick über die schönsten Motorradtouren in der Schweiz empfehlen wir Dir unsere nachfolgenden Motorradkarten: Tourenkarten Alpen Österreich Schweiz Folymap Alpenpässe Bikerbetten Motorradkarten-Alpen-Österreich-Schweiz Wissbegierig und für alles offen klinken wir uns heute Morgen in Hittisau in die Tagestour ein. Die führt zunächst auf kurvenreichen Landsträßchen nach Scheidegg, von wo sich weite Ausblicke hinab zum Bodensee zeigen. Zeit für Mensch und Maschine, miteinander warm zu werden. Zum ersten Mal sportlich wird es dann bei der Überquerung des Bregenzer Hausbergs, des Pfänders. Schräglagenintensiv wedelt die Fahrbahn durch Almen und Wälder am 1.064 Meter hohen Pfänder vorbei hinab zum Bodensee. Dort heißt uns die Festspielstadt Bregenz willkommen, auf deren Seebühne jedes Jahr während der Spielsaison große Opern aufgeführt werden. Einmal durfte sie schon als Kulisse für einen James-Bond-Film herhalten. In „Ein Quantum Trost“ scheucht Daniel Craig geschickt eine Bande Bösewichte auf, die sich unter den Zuschauern versteckt hält. Gelungen ist diese Episode vor allem durch den raffinierten Zusammenschnitt der Verfolgungsjagd durch die Theaterkulissen mit der echten Handlung der Oper „Tosca“ auf der Bühne. Hinter der Schweizer Grenze geht es dann auch schon hinein in die Mittelgebirgsregion des Appenzeller Landes, Namensgeber für den würzigen Schnittkäse aus der rohen Kuhmilch. Die runden Laibe sind 20 bis 30 Zentimeter im Durchmesser und können bis zu acht Kilo wiegen. Eine Besonderheit des Appenzeller ist die Behandlung während der Reifung mit einer speziellen Flüssigkeit. In die so genannte „Sulz“ kommen Wein, Hefe, Salz und Gewürze hinein. Wer weiß denn sowas? Locker kurven wir zwischen sanften Hügeln und prallen Wiesen hindurch nach Altstätten. Die traditionsreiche Marktstadt besitzt einen der schönsten historischen Kerne der Ostschweiz. Wie gemacht für den ersten Stopp und einen Spaziergang in überdachten Laubengängen. Auch das kurz danach folgende Städtchen Appenzell ist es wert, den Motorradsattel zu verlassen. Zu romantisch sind seine Häuser mit ihren bemalten Fassaden, zu gemütlich die Cafés. Außerdem gibt es hier wieder etwas zu lernen. Die Brennerei „Appenzeller Alpenbitter“ verrät zwar nicht ihr gut gehütetes Familiengeheimnis, doch bei einer Führung erfährt man viel über diesen Likör, der 42 Kräuter, Blüten, Wurzeln und Gewürze enthält. Im angrenzenden Shop gibt es Flaschen in allen Größen. Ein ideales Mitbringsel. Wesentlich älter als Appenzell ist Urnäsch, wo wir einige kurvige Bergstraßenkilometer weiter einlaufen. Sein alter Name „Urnasca“ wurde bereits im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Gleich hinter dem Ortsschild hageln die ersten Schräglagen und Ausblicke auf den mächtigen Block des Säntis, des mit 2.502 Metern höchsten Berg der gesamten Ostschweiz. Zügig wedeln wir hinauf zum Schwägalppass, auf dessen 1.278 Meter hohen Kuppe sich ein Motorradtreff etabliert hat. Oder „Töfftreff“, wie die Schweizer sagen. Pause im Restaurant mit Aussicht? Klarer Fall. Gegenüber grasen auf steilen, grünen Almen die Kühe. Gehütet werden sie hier von den Appenzeller Sennenhunden. Die sind zwar weniger bekannt als ihre Gegenstücke aus Bern, machen ihre Arbeit aber genauso gut. Sie kennen ihre Herde ganz genau und können auch eine große Anzahl verstreuter Tiere zusammentreiben. Bildungslücke geschlossen. Flüssig laufen die Kurven hinab nach Neu St.-Johann unter den Rädern durch. Wie fast überall in der Schweiz auf griffigem, gut gepflegtem Asphalt. Die Schweizer wissen eben, wie man Bergstraßen baut. Danach geht es über das 1.090 Meter hoch gelegene Wildhaus runter ins Tal nach Grabs. Das malerische Feldkirch mit seiner Marktgasse lassen wir links liegen, fahren weiter nach Rankweil, um dort rechts ins Laternser Tal einzubiegen. Dieses Hochtal erscheint dem Besucher wie eines der letzten Paradiese, Geist und Körper dürfen sich erholen. Wie im Rausch wedeln wir das Furkajoch hinauf (1.761 m). Radien jeglicher Größe und kein Ende in Sicht. Die Fahrbahn ist mal schmal, mal sehr schmal. Selbst die Durchgangsstraße von Damüls ist mit Kehren gespickt. Da kommen die hübschen Straßencafés des Ortes genau richtig. Lust auf einen Abstecher? Rechts ab geht es hoch zum Faschinajoch (1.486 m). Der Name leitet sich von „Fassia“ ab, was soviel wie „ein Streifen Wiese“ bedeutet. Der Name ist Programm. Die Straße schneidet durch saftig grünes Gras, rechts und links der Fahrbahn stehen Heuschober und mit Schindeln verkleidete Häuser, der Wald hält respektvoll Abstand. Ein rasantes Kurvengeschlängel führt hinauf zur Skistation, deren Restaurants auch im Sommer geöffnet haben. Glücklich und mit Germknödel in Vanillesauce im Bauch nehmen wir uns die letzten Kilometer vor, die locker-lässig über Mellau hinüber nach Hittisau zum Ende dieser Bildungstour führen. Tourlänge: ca. 300 km Roadbook: Hittisau – Scheidegg – Pfänder – Bregenz – Höchst – Altstätten – Appenzell – Urnäsch – Schwägalppass – Neu St. Johann – Alt St. Johann – Wildhaus – Feldkirch – Rankweil – Furkajoch – Faschinajoch – Au – Mellau – Egg – Hittisau Highlight: Töfftreff Schwägalp. Dieser Motorradtreff ist einer der beliebtesten und schönsten in der Schweiz. Aufgepasst: Von der Passhöhe führt eine Stichstraße hoch zur traumhaft gelegenen Hochalpe. Motor aus, Helm ab und mit der Gondel rauf auf den Gipfel des 2.502 Meter hohen Säntis. Pässe-Info: Pfänder                        1064     13 %    -          9km Schwägalpstraße /Pass? 1360     12 %    -           22km Furkajoch                     1760     14 %  11-5        23km Faschinajoch                1486     14 %    -            6km
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    Italien / Südtirol/Dolomiten
    Val di Fiemme, Val di San Pellegrino, Tierser Tal und Eggental sind vier der hübschesten Täler rund um die Berggipfel des Latemar. Verbinden lassen sie sich durch eine sportliche Tagestour, einer von über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de, die es in Sachen Passstraßen gewaltig in sich hat. Solltest Du noch keine Unterkunft haben, dann findest Du passende Motorradhotels in Südtirol über unsere Bikerbetten Motorradhotel-Suche, genauso wie weitere Motorradtouren in Südtirol über unsere Motorradtouren-Suche. Außerdem bekommst Du einen perfekten Überblick über Südtirol mit dem Motorrad Reiseführer Dolomiten/Trentino/Gardasee und seine Tourenmöglichkeiten mit unseren Südtirol/Dolomiten FolyMaps. Darüber hinaus findest Du weitere interessante Produkte in unserem Shop. Cavalese ist nicht nur Hauptort und Verwaltungssitz der Gemeinde Val di Fiemme, sondern auch ein bekannter Wintersportort und eine beliebte Sommerfrische. Im 16. und 17. Jahrhundert bauten die Reichen aus dem Trentino in Cavalese ihre Sommerresidenzen, was dem Städtchen noch heute seinen besonderen Charme gibt. Wohin das Auge auch sieht, überall sprießen die schönsten Palazzi aus dem Boden. Klarer Fall: Den Starter-Kaffee vor der Tour gibt es auf dem zentralen Hauptplatz von Cavalese mit dem weithin sichtbaren Torre Civica di San Sebastiano. Hat der „caffè“, der kurze Schwarze, die Lebensgeister geweckt, geht es erst einmal gemütlich nach Osten das Val di Fiemme entlang. Linker Hand grüßen die Spitzen der Latemargruppe. Die Ortsschilder von Tesero, Ziano di Fiemme und Predazzo fliegen vorbei, ebenso das Ufer des Lago di Forte Buso. Danach ist Schluss mit lustig, denn der Aufstieg zum Passo Rolle (1.984 m) lauert. Dessen Name ist Programm, der Express „rollt“. Zügig durcheilen wir die Kurven und Serpentinen der Nordrampe. Gute Übersicht, topp Fahrbahn, flüssige Streckenführung. Das traumhaft gelegene Albergo Vezzana bietet sich oben zur ersten Pause mit Blick auf die Cima di Vezzana an. Der Kaffee schmeckt super, der Kuchen ebenfalls. Danach setzen wir den Blinker links und steuern den Passo della Costazza (2.174 m) an. Mittels schnellem Bergaufschwung ist der Costazza flott erreicht, und wir dürfen uns auf das Pässedoppel Passo di Valles (2.032 m) und Passo di San Pellegrino (1.918 m) freuen. Besonders Naturliebhaber werden auf der folgenden Etappe ihre helle Freude haben. Denn die Strecke führt weitab touristischer Hauptrouten durch grüne Wälder und einsame Hochalmen. Gleichzeitig sorgen Kurven aller Art dafür, dass das Fahrvergnügen nicht zu kurz kommt. Weite und enge Bögen, Serpentinen, Spitzkehren – das ganze Spektrum an motorradfahrerischen Feinheiten breitet sich vor uns aus. Nach so vielen Schräglagen kommt die harmonische Fahrt durch das romantische Val di San Pellegrino genau richtig. In Moena biegen wir rechts ab. Der 2.000-Seelen-Ort liegt wunderschön in einem grünen Talkessel. Während der Ortsdurchfahrt drehen wir sehr behutsam am Gasgriff, denn Moena ist Mitglied der „Alpine Pearls“, einem Zusammenschluss von Gemeinden, die sich für eine umweltfreundliche Mobilität in den Alpen einsetzen. Wir folgen ein Stück dem Fassatal und biegen in Vigo di Fassa links zum Karerpass (1.752 m) ab. Die Route, die diesen Übergang mit dem Nigerpass (1.688 m) verbindet, gehört nicht unbedingt zur spektakulären Sorte, ist aber sauber und flüssig zu fahren. Für Einsteiger die perfekte Etappe. Unser Tipp: Unbedingt sollte man unterwegs den Abstecher zum Karersee machen. Denn zu schön spiegelt sich in dessen Wasser die Latemargruppe und sorgt für ein unvergleichliches Farbenspiel. Über den Ort Tiers und das Tierser Tal verlässt die Route die Höhen der Dolomiten und wedelt hinab ins Eisacktal. Ein paar Kilometer Entspannung folgen. Rechter Hand steigen die grünen Weinberge des Ritten, der Hausberg von Bozen, in den blauen Himmel. Blau ist der Himmel auch über dem Eggental, das sich nun Richtung Osten öffnet. Kilometer um Kilometer schiebt sich die Straße in dieses Tal hinein, bis aus dem Tal eine Schlucht wird. Und jetzt sehen wir rot – wegen der in der Nachmittagssonne leuchtenden Felsen, die wie die Mauern einer Festung links und rechts der Fahrbahn senkrecht in die Höhe steigen. Wer diese Straße in das Gestein sprengte, verstand etwas von seinem Handwerk. In Deutschnofen Blinker rechts. Die Schlussetappe der Tour beginnt. Zunächst auf einem gut ausgebauten Sträßchen mit griffigem Belag und viel Übersicht. Der Wald wird dichter, die Kurven werden enger, die Radien kleiner.  Jetzt heißt es: alle Antennen auf Empfang! Wer auf dieser Etappe schnell unterwegs sein will, muss ein gutes Gespür für Ideallinien haben und sich in Sachen Blickführung auskennen. Auf 1.808 Meter Höhe erlaubt der Sattel des Lavazejochs eine kurze Verschnaufpause. Die Aussicht gibt wegen des dichten Walds nicht viel her, der Ort ist eher etwas für Mystiker. Zurück Richtung Cavalese bieten sich zwei Abstecher an: Einmal nach rechts zum Passo di Oclini/Jochgrimm (1.989 m) sowie ein Stück weiter nach links zum Passo di Pramadiccio (1.431 m). Kurze, aber lohnenswerte Etappen, die auf kurviger Fahrbahn wenig Verkehr und eine Menge Spaß versprechen. Schließlich taucht über dem Lenker Cavaleses Wahrzeichen auf, der Torre Civica di San Sebastiano. Wir steuern das Zentrum des Städtchens an, parken das Bike am Rand des Hauptplatzes und trinken in malerischer Umgebung den Sundowner dieses ereignisreichen Tages. Tourlänge: ca. 180 km Roadbook: Cavalese – Tesero – Ziano di Fiemme – Predazzo – Passo Rolle – Passo della Costazza – Passo di Valles – Passo di San Pellegrino – Moena – Vigo di Fassa – Karerpass – Nigerpass – Tiers – Blumau – Deutschnofen – Lavazejoch – Cavalese Highlight: Garten in Flammen. Nördlich des Nigerpasses ragen die Spitzen des Rosengartens in den Himmel. Bekannt sind sie wegen ihrer rötlichen Färbung während des Sonnenuntergangs. Der Sage nach soll hier Zwergenkönig Laurin einst seinen Rosengarten in Felsen verwandelt haben. Pässe-Info: Passo di Rolle 1989   11 %   -  31km Passo della Costazza 2174   14% -  10km Passo di Valles 2032   13 %   -  23km Passo di SanPellegrino 1918   18 %  -   21km Karerpass 1752       16 %  -   17km Nigerpass 1688       24 %  -   15km Lavazéjoch 1805   15 %   -  24km
    Italien / Dolomiten
    Die Dolomiten – das ist eine Welt für sich. Eine Welt der Zinnen und Zacken. Die höchste Pässedichte der Alpen, sämtliche Übergänge auch im Winter offen. Optisch ein Hochgenuss, fahrerisch eine Herausforderung. Wem Serpentinen Spaß machen, der findet hier seine Erfüllung. In Canazei beginnt nicht nur unsere  250 Kilometer lange Dolomitenrunde, eine von über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen auf BikerBetten.de, sondern auch das Fassatal. Um 1900 noch eines der ärmsten Dörfer der Region, hat sich der Ort in den vergangenen 30 Jahren zum schmucken Zentrum des Tales entwickelt. Nicht umsonst geraten die ersten Kilometer durch das Fassatal zur Panoramaschau, versammeln sich doch links und rechts einige der eindrucksvollsten Dolomitengipfel wie Sella, Rosenstein, Langkofel, Marmolada und Latemar. In ruhigen Bögen überquert die SS 241 den Karerpass (1.752 m) und streift den gleichnamigen See, auf dessen Wasser die dahinter emporragende Latemargruppe für ein buntes Farbenspiel sorgt. Hinter Welschnofen geht es Richtung Bozen weiter. Meter um Meter schiebt sich die Straße ins Eggental hinein, bis aus dem Tal eine Schlucht wird. Und was für eine. Dunkelrot leuchten die Felsen in der Morgensonne, wie die Mauern einer Festung ragen sie entlang der Fahrbahn in den blauen Himmel. In Bozen steuern wir den Motorradparkplatz am Waltherplatz an, stellen dort das Bike ab und setzen uns entweder auf einen Caféstuhl in die Sonne oder spazieren die Laubengasse entlang, Bozens 900 Jahre alte Einkaufsstraße. Unter den schattigen Arkaden fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Der Ausschilderung Seiser Alm folgend, fahren wir von Bozen zurück auf die rechte Seite der Eisack und landen auf einem attraktiven Bergsträßchen, das mit griffigem Belag, übersichtlicher Streckenführung und guter Übersicht das Wandergebiet von Schlern und Seiser Alm anvisiert. Wenn in Völs der höchste Punkt des Aufstiegs erreicht ist, hat man das ganze Panorama vor Augen – den Gebirgsstock des Schlern und die Wiesen der Seiser Alm. Blickfang des Ortes Seis ist die Kapelle St. Valentin ein Stück weiter oben im Hang. Und auch der nächste Ort wird von dem Zwiebelturm einer Kirche überragt: Kastelruth, die Heimat der gleichnamigen Spatzen und das Ziel vieler Reisebusse. Wer an einem ruhigen Tag unter der Woche kommt, wird jedoch von dem hübschen Ort angenehm überrascht sein. Die Route seilt sich nun ins Grödnertal ab, peilt Laion an und erreicht kurz darauf das Villnößtal, eines der schönsten Dolomitenpanoramen überhaupt. Tief drunten schlängelt sich ein Sträßchen zwischen winzigen Dörfern hindurch, einsame Kirchen stehen auf noch einsameren Plateaus. Halt: Vor der Weiterfahrt zum Würzjoch statten wir der  reizenden alten Bergwerkstadt Klausen einen Besuch ab. Dicht gedrängt stehen ihre schmucken Häuser entlang der Hauptstraße, auf der früher der Brennerverkehr rollte. So, jetzt aber auf zum legendären Würzjoch. 2.006 Meter hoch und abseits der Hauptrouten gelegen, wird es von den vierrädrigen Kollegen selten besucht. So ist das schmale, oft holperige Bergsträßchen im Sommerhalbjahr fest in Bikerhand. Ein Pausen-Schorle im Würzjochhaus oben auf dem Sattel, danach folgt die lange, schnelle und deshalb anstrengende Abfahrt ins Gadertal. Wegen der unzähligen Kurven ein irrer Fahrspaß, einzig gebremst durch ein paar blinde Ecken. Entspannt gleitet dann die Route das Gadertal hinauf nach Corvara. Dort heißt es: Nimm den Lenker fest in die Hand und mach was draus! Denn jetzt folgen mit Grödner Joch (2.137 m), Sellajoch (2.240 m) und Pordoijoch (2.239 m) Schlag auf Schlag drei Pässe der berühmten Sella-Ronda. 45 Kilometer später, wenn das Ortsschild von Arabba auftaucht, glühen die Bremsen, kocht das Getriebeöl und schmerzen die Handgelenke. Aber was zählt das schon gegen das glückliche Lächeln hinter dem Visier? Wer nicht genug kriegen kann und die Sella-Ronda ganz fahren will, verlässt Arabba in Richtung Cortina d’Ampezzo, biegt links ab, nimmt den Campolongopass (1.875 m) unter die Räder und dreht noch eine Ehrenrunde. Dicht am Hang entlang wieselt die Straße hinüber nach Rocca Pietore und Malga Ciapela, wo die Talstation der Kabinenbahn hinauf zum Marmoladagletscher steht. Auf dem folgenden, mit 16 Prozent Steigung ziemlich steilen Stück ist bereits die Ostrampe des Passo di Fedaia (2.057 m) zu sehen. Wie eine große Murmelbahn zieht die Fahrbahn durch die fast senkrechte Felswand. Kurz und heftig ist die Auffahrt, eine Vielzahl von Kehren konzentrieren sich auf wenige Kilometer. Oben angelangt, geht es zur Mauer des Stausees und dann eine Weile mit toller Aussicht auf die Marmolada am Wasser entlang. Die finale Abfahrt hinab nach Canazei ins Fassatal erweist sich als gemütliche Angelegenheit – saubere, runde Kehren und genügend Zeit, der Marmolada ein paar letzte Blicke zuzuwerfen. Tourlänge: ca. 300 km Roadbook: Canazei – Karerpass – Welschnofen – Bozen – Schlern – Seiser Alm – Kastelruth – Laion – Villnößtal – Klausen – Würzjoch – Corvara – Grödner Joch – Sellajoch – Pordoijoch – Arabba – Rocca Pietore – Malga Ciapela – Fedaiapass – Canazei Highlight: Unser Buchtipp zur Tour: „Der Motorradbulle auf Hetzjagd am Sellajoch“ – ein Motorrad-Krimi. Taschenbuch, 216 Seiten, 11,90 Euro, ISBN 978-3-933385-83-3. Auch als E-Book erhältlich, ISBN 978-3-945784-10-5. Pässe-Info: Karerpass 1752 16 % -      17km Würzjoch 1987 16 % 11-5  49km Grödnerjoch 2137 13 % - 13km Sellajoch 2240 11 % - 21km Pordoijoch 2239   8 % - 23km Passo di Fedaia  2057    15 % b.B. 30km
    Frankreich / Pyrenäen Frankreich
    Die beiden Départements Aude und Pyrénées-Orientales bilden Frankreichs südlichste Ecke und bestechen durch geschichtsträchtige und bildschöne Orte, traumhafte Strände sowie fantastische Motorradstrecken durch urige Berglandschaften. Natürlich könnte man die rund 100 Kilometer von Narbonne nach Collioure auch ruckzuck in einer Stunde über die A9, die die Franzosen La Catalane nennen, zurücklegen. Dann würde man jedoch einige der schönsten Ecken der beiden Départements Aude und Pyrénées-Orientales verpassen – welch ein Fauxpas. Unzählige römische Hinterlassenschaften, eine faszinierende Altstadt, einladende Läden und Cafés – Narbonne ist jederzeit eine Reise wert. Für uns ist Narbonne, das quirlige Mittelzentrum, heute Ausgangsort unserer Variante zur schnellen Autobahnfahrt gen Süden. Über die N 113 verlassen wir die Stadt in westlicher Richtung, biegen bald links auf die D 613 ab und rollen entspannt durch die riesigen Weinlagen des Languedoc. Hier gedeihen köstliche Weine, Weingut folgt auf Weingut. Wer  statt auf geistiger Getränke eher auf Geistlichkeit steht, legt hier einen Besuch des interessanten Zisterzienserklosters Abbaye de Frontfroide ein. Die beeindruckende Anlage lässt sich besichtigen, das Restaurant lädt zur Pause und zum Mahl. Weiter führt uns die scheinbar unendliche Weinlandschaft nach Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse. Ab hier folgen wir den Schildern nach Lagrasse. Das im Bergland der Corbières liegende Dorf gehört nicht umsonst zur Vereinigung „Plus beaux villages de France“, der schönsten Dörfer Frankreichs. Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist riesig, das ganze Dorf ist eigentlich ein einziges Freilichtmuseum. Hier ließe sich locker ein halber Tag verbringen. Aber jenseits der spaßigen D 42, die nun folgt, liegt schon gleich das nächste Highlight – Carcassone. Dessen mächtige, auf einem Hügel gelegene Festung, die Cité de Carcassonne, ist die größte Festungsanlage Europas. Innerhalb eines perfekt erhaltenen doppelten Mauerrings verstecken sich die Altstadt, eine Burg und die Basilika – ein ungemein beeindruckendes Ensemble. Carcassone entlässt uns in südlicher Richtung. Bis Limoux folgen wir der gut ausgebauten D 118 entlang des Flusses Aude. Dann ist Schluss mit Geradeaus. Wir biegen auf spannende Nebenstrecken ab, die sich nun durch die herrliche Berglandschaft des Forêt des Corbières Occidentales winden. Rechts und links ragen bewaldete Berghänge in die Höhe, kurvenreich schlängelt sich der Asphalt durch das Tal und über die Berge. Es geht über den 599 Meter hohen Col de Louviéro und in 685 Metern Höhe über den Col de Redoulade und schließlich hinein in die grandiosen Gorges de Galamus. Hier wurde die Strecke spektakulär in den schroffen Fels hinein gesprengt und gemeißelt – was für ein Erlebnis. Südlich der fantastischen Schlucht hört der Kurvenspaß noch lange nicht auf. Wir folgen dem Flüsschen Agly, kurven- und aussichtsreich geht es weiter Schräglage für Schräglage durch das Vorland der Pyrenäen. Im Süden sind bereits die ersten, noch schneebedeckten Pyrenäengipfel am Horizont auszumachen. Mit einem Schlenker entlang der urigen Felsformationen der Orgues d'Ille sur Tet, die sich übrigens herrlich auch zu Fuß erwandern lassen, nehmen wir Kurs auf einen der schönsten Aussichtspunkte der ganzen Region – auf den Força Réal. Auf den markanten, 507 Meter hohen Berggipfel, auf dessen Spitze eine kleine Kapelle thront, führt eine asphaltierte Sackgasse. Der Blick von hier auf die umliegende Landschaft und die Pyrenäen ist einfach fantastisch. Dieser Abstecher ist ein Muss! Und gleich noch ein zweiter Abstecher gehört zum Pflichtprogramm in dieser abwechslungsreichen und schönen Landschaft: das auf einem Hügel thronende Castelnou. Auch dieses Bergdorf gehört zu den „Plus beaux villages de France“. Kein Wunder, die kleine, mittelalterliche Altstadt wird noch von einer Burg und einem Wachturm überragt, fasziniert mit kleinen, sehr schönen Gassen und liegt perfekt eingebettet und idyllisch zwischen grünen Hügeln und Weinbergen. Einen letzten kernigen Kurvenspaß bietet die Auffahrt über den 380 Meter hoch gelegenen Col de Llauro nach Céret. Dann neigt sich die Tour langsam ihrem Ende zu. Gen Osten folgen wir der gut ausgebauten Landstraße über Argelés-sur Mer nach Collioure. Mit dem alten Fischerdorf Collioure mit seiner malerischen Wehrkirche direkt am Strand haben wir unser Ziel erreicht. Ab hier schließt sich die faszinierende Küstenstraße hinunter nach Spanien an, aber das ist schon wieder Stoff für ein ganz neues Kapitel. Roadbook: Narbonne, Abbaye de Frontfroide, Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse, Lagrasse, Carcassone, Limoux, Forêt des Corbières Occidentales, Col de Louviéro, Col de Redoulade, Gorges de Galamus, Orgues d'Ille sur Tet, Força Réal, Castelnou, Col de Llauro, Céret, Argelés-sur Mer, Collioure. Start- / Zielort: Narbonne / Collioure Länge: 275 km Highlight: Cité de Carcassonne – auf einem Hügel der Altstadt von Carcassonne, hoch über dem Fluss Aude, liegt Europas größte mittelalterliche Festungsstadt, die Cité von Carcassonne. Das im 19. Jahrhundert perfekt restaurierte historische Monument steht seit 1997 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Innerhalb der gut drei Kilometer langen, doppelten Festungsmauern liegt die heute noch von rund 250 Bürgern bewohnte und normalerweise autofreie Altstadt. Sie ist von 52 Türmen umgeben. In den schmalen Gassen und den Plätzen innerhalb der Festungsmauern laden Cafés, Bars und Restaurants sowie einige Läden zum Verweilen.
    Italien / Ligurien Toskana
    Abwechslungsreich und vielfältig: Diese Runde durch eine bunte und aromatisch duftende Vegetation führt uns entlang der Olivenölstraße, vorbei an Dörfern wie aus dem Bilderbuch und hoch hinauf zu den Pässen des Hinterlandes. Zum Ausklang bummeln wir am Meer entlang zurück. Sanremo ist als Ausgangpunkt ideal. Schöne Gärten, stattliche Villen und mondäne Hotels sind sein Wahrzeichen. Für den Kaufrausch gibt es eine alte und eine neue Fußgängerzone. Aber das eigentliche Highlight ist Sanremos Samstagsmarkt. Rund um die riesige Markthalle mit Obst, Gemüse und Fisch reihen sich unzählige Stände mit allem, was das Herz begehrt. Mein Tipp: Leinenhemden, Leinenblusen, Leinenhosen, Leinenkleider. Hinter Sanremo klettern wir über San Bartolomeo in herrlichen Serpetinen auf einem engen Sträßen hinauf nach San Romolo, die Festwiese Sanremos. Für den Rallyefan lohn sich dort oben ein kurzer Stopp – in dem Restaurant am Rande der Wiese haben sich Walter Röhrl & Co. mittels Fotos und Autogrammen verewigt. Als die Rallye Sanremo noch Weltmeisterschaftsstatus besaß, war San Romolo ein wichtiger Servicepunkt auf der Strecke. Die Straße schlängelt sich serpentinen- und kurvenchenreich weiter Richtung Monte Bignone. Auf dem Weg dorthin öffnet sich rechter Hand ein Blick wie aus dem Flugzeugfenster. Vor uns liegt das tiefblaue Meer, gepunktet mit weißen Yachten und Segelbooten. Daran schließ sich das Grün von Kastanienwäldern, Olivenhainen und Kermeseichen an. Dazwischen wie mit dem Pinsel hineingetupft das Rot von Ziegeldächern der Ortschaften und Einzelhäusern und das Gelb der Ginsterbüsche. Am Abzweig zum Monte Bignone ist die Aufmerksamkeit dann wieder auf die Fahrbahn gerichtet, denn die Auffahrt zur diesem 1.299 m hohen Berg hat es in sich. Zunächst geht es in ziemlich engen, steilen und kurz hintereinander folgenden Serpentinen durch den Wald. Der Asphalt nur noch teilweise vorhanden. An den Antennenmasten geht die Straße in eine zerfurchte Piste über, für die es eine geländegängige Enduro bedarf. Wer mit der Straßenmaschine unterwegs ist, erreicht den Gipfel nach 15 Minuten Fußmarsch. Lohn der Anstrengung ist ein phantastisches Rundumpanorama auf die ligurischen Berge, die Küste und die Seealpen. Zurück auf der Hauptroute, taucht nach ein paar Kilometern mitten im Wald der Passo Ghimbegna auf. Mehr ein Sattel, als ein Pass, trägt er noch heute die Spuren seiner Rallye-Vergangenheit – „Röhrl“ steht in fetten Buchstaben aufgesprüht auf einer Mauer. Wer einen Espresso trinken will, kann das in Baiardo tun. Bereits der Blick auf den malerisch auf einer Hügelkuppe geklebten Ort ist ein Foto wert. Dann rollt man die Dorfstraße hinauf, parkt das Bike am Rande des zentralen Platzes und sucht sich einen der Kaffeestühlen im Freien aus. Die Bar hinter dem Brunnen ist gleichzeitig eine Konditorei, deren Auswahl nach einer oder mehreren Sünden verlangt. Die folgende Etappe hinüber ins Tal der Nervia führt über die Ligurische Olivenölstraße und ist das optische Glanzlicht dieser Tour. Die Route klebt an einem steilen Hang, rechts und links liegen die Olivenhaine in der Sonne. Das Öl der Taggiasca-Olive gilt als besonders säurearm und ist deshalb sehr gut verträglich. Ohne eine Flasche Öl oder ein Glas dieser kleinen, aber aromatischen Oliven sollte man deshalb Ligurien nicht verlassen. Dieses besondere Öl wird weltweit von Spitzenköchen verwendet. Vorbei an dem Bergdorf Apricale mit seinen engen Gassen und einer idyllischen Piazza treffen wir in Isolabona auf das Tal der Nervia. Bevor es nun rechts hinauf zum Colla di Langan geht, steht ein kurzer Abstecher nach Dolceacqua an. Die Beschreibung malerisch ist hier sprichwörtlich zu nehmen, denn der Impressionist Claude Monet hat die klassische Ortsansicht mit Brücke und Burg 1884 gemalt. Der Colla di Langan (1.127 m) ist Ausgangspunk zu einer lohnenswerten Stipvisite des Colle Melosa. An einem ehemaligen Bunker geht es links ab, danach folgt ein flott und kurvenreich zu fahrendes Bergsträßchen mit überraschend gutem Belag. Auf der Passhöhe in 1.545 Meter endet der Asphalt, und der grobe Schotter der Ligurischen Grenzkammstraße beginnt. Weiter geht es hinunter in das verträumte Molini di Triora und wieder hinauf zum Passo della Teglia (1.387 m), dessen Trasse spektakulär in die Felswand geschlagen wurde. Passend zur Mittagszeit erreichen wir den Colle San Bartolomeo (610 m). Eine Bar und zwei Restaurants mit grandioser Aussicht auf die Seealpen stehen zur Auswahl. In der Bar kann man sich Panini mit Schinken und Käse bestellen, in den Restaurants einen Teller Pasta oder ein ganzes Menü. Der Passo de Ginestro (677 m) und eine etwa 20 Kilometer lange und aussichtsreiche Höhenstraße bringen uns wieder hinunter zur Küste, die wir bei Andora erreichen. Die Rückfahrt nach Sanremo verläuft bequem am Meer entlang. Wer noch Zeit und Muße hat, kann auf ein Gelato in einem der romantischen Küstenstädchen halten. Ein perfekter Abschluss. Tourlänge: ca. 180 km Roadbook: Sanremo – San Romolo – Monte Bignone – Baiardo – Apricale – Isolabona – Dolceacqua – Isolabona – Pigna – Colla di Langan – Colla Melosa – Molini di Triora – Passo di Teglia – Colle San Bartolomeo – Passo de Ginestro – Andora – Diano Marina – Imperia – Santo Stefano – Riva Ligure – Sanremo Highlight: Eis mit Aussicht. In dem kleinen und ruhigen Küstendorf Riva Ligure parken wir unser Motorrad auf dem großen Parkplatz am Strand. Von da aus sind es nur ein paar Meter an der hübschen Uferpromenade entlang bis zur Restaurantzeile. Zwei Eisdielen bieten hausgemachtes Eis an, das wir auf einer Bank sitzend mit Blick aufs Meer genießen. Pässe-Info: Colle di Langan 2225  13 %  -  91km Colla Melosa 1545   ?       ? ? Passo di Teglia 1387   10%  ? ? Colle SanBartolomeo       621    7 %   -  10km Passo de Ginestre   677    ?       -  17km
    Schottland / Schottland
    Ganz im Norden der schottischen Highlands, in der alten Grafschaft Sutherland, ist die Landschaft ursprünglich, schroff, idyllisch. Durch das dünn besiedelte Land führen fantastische Single Track Roads und traumhafte Küstenstraßen. Durness liegt bildschön am weiten Sandstrand, nur wenige Kilometer vom Cape Wrath entfernt, der nordwestlichsten Ecke Schottlands. Von den Klippen rund um den Ort lassen sich Seehunde und Wale beobachten, Seevögel kreuzen durch die Windböen. Durness ist der Ausgangspunkt dieser kurzweiligen Rundtour durch die historische Grafschaft Sutherland und wie so viele Strecken in den nördlichen Highlands ist auch die Straße von Durness in Richtung Scourie eine Single Track Road. Die schmale A838 schlängelt sich am Ufer der Meeresbucht Kyle of Durness entlang. Nur wenige Meter trennen uns vom in der Sonne glitzernden Wasser. Kleine sandige Abschnitte wechseln sich mit von Algen bedeckten Felsen und Steinen ab. Rhiconich steht auf dem Schild bei der Abzweigung nach Kinlochbervie. Dabei soll es sich wohl um einen Ort handeln. Der besteht aber, wie so viele Örtchen hier oben im Norden, aus gerade mal zwei bis drei Häusern – Einsamkeit pur. Weiter geht es auf der „North & West Highlands Tourist Route“ gen Süden, zur Abwechslung auch mal wieder zweispurig, gut ausgebaut und griffig. Wir passieren Scourie und Unapool. In zackiger Schräglage geht es über die Kylesku Bridge, die in engen Bogen die schmale Meeresbucht überquert. Nur 1000 Meter weiter lockt das „Rock Stop Café and Exhibition Centre“ von der Straße. Im kleinen und gemütlichen Café werden leckere hausgemachte Scones mit Konfitüre serviert. Wenige Minuten später endet die A894 direkt am Ufer des Loch Assynt. Eigentlich müssten wir rechts abbiegen, wollen wir doch auf keinen Fall die spannende Runde durch das Inver Valley verpassen. Aber erst folgen wir links für wenige Meter dem Ufer des Assynt. Schon von hier ist unser Ziel zu sehen: Die Ruine des Ardvreck Castle. Um 1490 erbaut, hat Ardvreck Castle eine bewegte Geschichte hinter sich. Hier wurde gekämpft, belagert, gemordet. Der erste Marquess of Montrose, James Graham, suchte hier einst Schutz, wurde jedoch von den MacLeods, denen die Burg damals gehörte, verraten und später in Edinburgh hingerichtet. Einige Bewohner um das Loch Assynt schwören, dass James Graham in so mancher mondlosen Nacht in der Ruine umhergeht, auf der Suche nach den Verrätern. Lochinver liegt an der Mündung des River Inver und hat trotz seiner Beschaulichkeit einiges zu bieten. Die zerklüftete Küste mit ihren teils skurrilen Felsformationen und der Leuchtturm sind beliebte Wanderziele, die Kirkaig Wasserfälle und das Besucherzentrum Knockan Crag locken in der näheren Umgebung, im Ort und am Hafen laden die Pubs zur erholsamen Pause. Ab Lochinver geht es auf dem Asphalt ins Eingemachte. Entlang der Enard Bay und des Loch Lurgainn windet sich die extrem schmale Straße in unvergleichlicher Weise durch die hügelige und felsige Landschaft. Einspurig geht es teilweise direkt am Wasser entlang – was für eine Strecke! Bei Drumrunie erreichen wir wieder die A835. Die folgenden, gut ausgebauten 15 Kilometer bis Ullapool sind eine gute Erholung von der wilden, hinter uns liegenden Achterbahn. Tankstelle, Museum, Läden, Pubs, Restaurants und Hotels – Ullapool gilt als die größte Siedlung der nordwestlichen Highlands und, nicht ganz unwichtig, hier gibt es köstliche Fish & Chips. Ullapool ist der südliche Wendepunkt unserer Rundtour. Wir machen kehrt nach Drumrunie, bleiben vorerst auf der A835, um später bei Ledmore auf die A837 in Richtung Lairg abzubiegen. Das Tal nennt sich Strath Oykel und Oykel Bridge besteht aus nicht viel mehr als einer einsamen roten Telefonzelle am Straßenrand und der besagten Brücke über den River Oykel. Die gibt es dafür gleich doppelt. Gleich neben der neueren Überquerung liegt noch die uralte Steinbogenbrücke. Lairg, malerisch am Loch Shin gelegen, lockt neben zwei, drei kleinen Läden mit einem recht netten Restaurant. Im The Pier, gleich an der Hauptstraße gelegen, gibt es nicht nur köstliche Kuchen, sondern auch leckere andere Gerichte zu erschwinglichen Preisen. Lairg entlässt uns auf den folgenden 65 Kilometern auf eine der schönsten Strecken Schottlands – pures Highland-Feeling. Die grandiose Single Track Road führt durch hügeliges Land. Berghänge in allen denkbaren Grüntönen begleiten uns rechts und links der Strecke, weiß schäumt der sprudelnde Bergbach River Vagastie neben der Straße. Vorbei an Loch Naver und Loch Loyal geht es gen Norden in Richtung Küste, wo wir über Tongue bald den Bogen um Loch Eriboll schlagen. Rund um den Meeresarm steuere ich schließlich die BMW wieder zurück nach Durness und mache damit die Sutherland-Runde komplett. Roadbook: Durness, Laxford bridge, Scourie, Unapool, Ardvreck Castle, Lochinver, Drumrunie, Ullapool, Drumrunie, Ledmore, Oykel Bridge, Lairg, Altnaharra, Tongue, Loch Eriboll, Durness. Start- / Zielort: Durness /  Durness Länge: 310 km Highlight: Fish 'n' Chips – Legendär und lecker sind die berühmten britischen Fish 'n' Chips, vor allem in Schottland. Die jährliche Auszeichnung für die besten Fish 'n' Chips geht regelmäßig an schottische Lokale. Der frittierte Fisch ist ein Hochgenuss. Traditionell handelt es sich dabei meist um Kabeljau, den Cod. Zur Auswahl stehen oft auch Schellfisch, also Haddock, oder Seelachs, der Pollock. Bisweilen wird auch Scholle angeboten, die nennt sich dann Plaice. Die Chips aus regionalen Kartoffelsorten werden meist als „salt 'n' vinegar“ gereicht, mit Salz und Essig. Die Tradition der Fish 'n' Chips entstand relativ spät. Als wahrscheinlich gilt, dass in den 1850er Jahren in London, im damaligen Zentrum des Fischhandels, die ersten  Fish 'n' Chips-Läden eröffneten. Angeblich war übrigens der erste Fast Food-Lieferservice überhaupt ein findiger Fish 'n' Chips-Verkäufer aus dem nordenglischen Keighley, der ab 1936 vom Beiwagen seines Motorrades aus die leckere Mahlzeit auf den Baustellen der neu entstehenden Arbeitersiedlungen verkaufte.
    Österreich / Kärnten
    Zwischen den beiden Flüssen Mur im Norden und der Gurk im Süden liegt die Gebirgsgruppe der Gurktaler Alpen. Auf dieser Tour erwarten uns saftig grüne, locker bewaldete Hügel gesprenkelt mit grauem Fels, tiefblaue Bergseen und eine Natur wie eine Kulisse für einen Heimatfilm. Los geht es heute auf 1.795 Metern über dem Meeresspiegel – mitten in der Natur. Der aussichtsreiche Parkplatz an der Turracher Höhe ist der perfekte Ort für die Konzentrationsminute vor dem Start zur Tour und um in den frühen Morgenstunden eine Prise klarer Bergluft einzuatmen. Eine Handvoll runder, sauberer Kehren bergab, und kurz vor Ebene Reichenau Blinker rechts. Und dann sind wir auch schon mitten drin in einer der faszinierendsten Motorradstrecken Österreichs. Faszinierend, weil die Nockalmstraße auf ihrer Länge von 35 Kilometern keine einzige Ortschaft streift. Und das im zugesiedelten und verbauten Mitteleuropa. Lässig cruisen wir das graue Asphaltband entlang, haben Zeit zum Schauen, Entspannung strömt durchs Visier. Kärntner Küche darf man in Berggasthöfen oder Almhütten entlang der Route schlemmen. Die Nockalmstraße wurde zwischen 1971 und 1981 gebaut. Für uns Motorradfahrer besonders interessant sind ihre 52 Kehren und unzählige Kurven zwischen den Mautstellen Ebene Reichenau und Innerkrems. Wer es genau wissen will: „Nock’n“ heißen die runden Hügel, die ähnlich wie Tafelberge aus der Erde ragen. Zunächst überqueren wir die 2.024 Meter hohe Schiestlscharte und kurven anschließend zum höchsten Punkt der Straße hinauf, zur 2.042 Meter hohen Eisentalhöhe. Der Abschwung bringt uns zum Nationalparkzentrum Nockalmhof, welches gleichzeitig Gasthof und Museum ist. Der Gasthof fällt durch seinen spielerischen Retro-Mix und das leckere Essen auf, das Museum gibt spannende Einblicke in das Biosphärenreservat der Nockberge. Sonnenklar, dass wir am Nockalmhof eine Atempause einlegen. Nächstes Highlight ist der Katschberg. Die klassische Verbindung zwischen Kärnten und Salzburg sowie den Hohen Tauern und den Gurktaler Alpen galt noch in den 1930er-Jahren wegen ihrer 30 Prozent steilen Trasse als der Schrecken aller Autofahrer. Das ist Geschichte, heute läuft die Straße hinauf zum 1.641 Meter hohen Sattel locker von der Hand. Keine verwegenen Schräglagen, dafür kaum Verkehr, da der sich hauptsächlich auf der Autobahn abspielt. Die Gastronomie am Katschberg bietet sich für einen weiteren Zwischenstopp an, bevor drunten in St. Michael im Lungau das Tal der Mur wartet. Bei Bummeldrehzahl rollen wir den Fluss entlang, heben den Kopf zu den Spitzen der Gurktaler Alpen rechts und der Hohen Tauern links von uns. Die entspannte Stimmung in diesem Tal, die positive Energie ist deutlich zu spüren, fast kann man sie greifen. Alle Ortschaften im Murtal schweben auf diesem besonderen Energiefeld. Dass gerade in Tamsweg mit St. Leonhard eine berühmte Wallfahrtskirche steht, ist kein Zufall. Jedes Jahr am 6. November pilgern Tausende von Gläubigen zu der im 15. Jahrhundert erbauten Kirche mit ihrem spitzen, schlanken Turm. Wegen eines ganz anderen Events hingegen strömen die Leute nach Murau – es sind die seit 2002 stattfindenden Shakespeare-Festspiele, die den charmanten Ort über die Region hinaus bekannt gemacht haben. Außer seiner Theaterbühne präsentiert Murau auch ein hübsches Panorama, bestehend aus Stadtpfarrkirche und Schloss. Ein schräglagenverdächtiger Schlenker hinein in die Metnitzer Berge führt die Route weiter Richtung Osten bis zum Tal der Metnitz und nach Friesach. Dort sieht und spürt man das Mittelalter auf Schritt und Tritt – die älteste Stadt Kärntens besitzt jede Menge uralte Bausubstanz wie die Stadtmauer oder der nach wie vor Wasser führende Stadtgraben. Wegen der vielen Türme und Zinnen, die von den umliegenden Bergen grüßen, wird Friesach gerne Stadt der Burgen genannt. Deutlich moderner geht es in Sankt Veit zu, das wir nach einer zügigen Landpartie am Ufer der Glan erreichen. Die „Sonnenstadt“ hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, ihren gesamten Strom bis 2020 aus erneuerbaren Energien zu ziehen. Das unterstützen wir und machen auf dem Hauptplatz eine große Pause, während der wir über den Tischrand das bezaubernde barocke Rathaus bewundern. Cappuccino plus Apfelstrudel mit Vanillesauce kommen genau zur rechten Zeit, denn hinter Sankt Veit verlangt die Etappe durch die Gurktaler Alpen einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. In Höhen zwischen 1.500 und 1.700 Meter wirbelt die Bergstraße dem Skigebiet Flattnitz entgegen, um sich von dort ins Tal der Mur hinabzuwerfen. Eines ist sicher – „herumgegurkt“ wird in den Gurktaler Alpen nicht. Wer’s genau wissen will: Namensgeber ist der Fluss Gurk, slowenisch Krka, die Gurgelnde. Jetzt noch ein entspanntes Stück Bundesstraße, ein paar Bögen hinauf zur Turracher Höhe, und die Tagesrunde ist beendet. Jetzt kräftig ausatmen. Tourlänge: ca. 350 km Roadbook: Turracher Höhe – Ebene Reichenau – Nockalmstraße – Innerkrems – Kremsbrücke – Katschberg – St. Michael im Lungau – Tamsweg – Murau – Metnitz – Friesach – Sankt Veit – Überfeld – Kraig – Föbing – Gurk – Kleinglödnitz – Flattnitz – Stadl an der Mur – Predlitz – Turracher Höhe Highlight: Die Nockalmstraße. 52 sanfte Kehren in saftigem Grün – eine geniale Kombination. Gesprenkelt mit blauen Bergseen, weißen Felsen und Blumen in allen Regenbogenfarben. Für Naturliebhaber ein ganz besonderes Erlebnis. Pässe-Info: Turracher Höhe   1783  23 %   -      30km Nockalmstraße   2042    10 %  11-5  34km Katschbergpass  1641  12 %    -      12km
    Österreich / Salzburger Land
    Startort Obervellach. Bunte Häuser, üppiger Blumenschmuck, gemütlicher Hauptplatz. Hautnah folgt die Strecke dem Lauf der Möll. Spielt das Wetter mit, ist der Ausblick grandios – links die 3.000er der Hohen Tauern, rechts die kaum niedrigeren Spitzen der Kreuzeckgruppe. Wir werfen einen Blick auf das aus dem 16./17. Jahrhundert stammende Schloss Drauhofen mit den beiden siebenseitigen Türme und rollen anschließend durch das reizende, im Tal der Drau gelegene Spittal. Dessen Wahrzeichen ist Schloss Porcia, ein Renaissance-Bau im Stil eines italienischen Palazzos mit einem Hauch Venedig. Ein Nebensträßchen bringt uns kurvenreich über Seeboden und Treffling nach Gmünd, wo sich die Route für ein paar Kilometer auf die Bundesstraße 99 einklinkt. In Kremsbrücke setzen wir den Blinker rechts und biegen auf das „Kurgebiet“ dieser Runde ein, auf die einzigartige Nockalmstraße. Einzigartig? Wieso? Die Antwort: Man stelle sich eine Strecke von 35 Kilometern ohne eine menschliche Siedlung vor, ohne eine Spur von Zivilisation außer der einen oder anderen Einkehrmöglichkeit. Das ist in den Alpen in der Tat einzigartig. Hier gibt es sie noch, die unberührte Natur. Rehabilitation für Sinne und Nerven. 1971 geplant, 1981 eingeweiht, zirkelt die Nockalmstraße heute in 52 erholsamen Kurven zwischen den Mautstellen Innerkrems und Ebene Reichenau durch die runden Erhebungen, die wie Tafelberge aus dem Boden ragen. Vorbei am Nationalparkzentrum Nockalmhof kurven wir zum höchsten Punkt der Straße hinauf, der 2.042 Meter hohen Eisentalhöhe. Danach überqueren wir die 2.024 Meter hohe Schiestlscharte und erreichen in Ebene Reichenau wieder die Zivilisation. Tiefenentspannt wie wir jetzt sind, passt die Überquerung der Turracher Höhe (1.795 m) perfekt ins Konzept. Ein paar Kehren bergauf, ein paar bergab, der Rest sind runde, gleichmäßige Bögen. Der aussichtsreiche Parkplatz am Turracher See eignet sich gut für einen Pause. Anschließend folgen wir dem Murtal über Tamsweg bis Neuseß, wo wir nach Norden auf die Bundesstraße 99 einbiegen. Die B 99 ist eine österreichische Landesstraße, ebenfalls unter dem Namen Katschberg Straße bekannt. Sie verläuft parallel zur Tauern Autobahn. Die gut ausgebaute Fahrbahn überquert den Twenger Talpass (1.381 m) und den Radstädter Tauernpass (1.739 m) und fällt in den Pongau ein, einen der fünf Gaue des Bundeslandes Salzburg. Über den für seine alpinen Skirennen bekannten Ort Altenmarkt und das Städtchen St. Johann gelangen wir nach Bischofshofen. Dort lauert das nächste fahrerische Schmankerl – die Überquerung des Dientner Sattels (1.370 m). Die Ost-West-Richtung passt perfekt, da die Ostseite mehr Kurven und eine höhere Steigung aufweist. Die gesamte Strecke ist mit einem hohen Genussfaktor ausgestattet. Im unteren Abschnitt geht es auf griffigem Asphalt durch schnelle Wechselkurven, dann folgen die ersten Serpentinengruppen hinauf zum Sattel. Grauer Granit, marmoriert mit Schneeresten, ragt oberhalb der Baumgrenze in den blauen Himmel. Davor typische Alpenhäuser mit Holzfassade. Wir überholen eine Gruppe drahtiger Rennradler. In Lend erreichen wir das Tal der Salzach und zielen geradewegs ins Gasteiner Tal hinein. Bis ins 20. Jahrhundert war dieses abgeschiedene Tal nur über Bergpfade und eine schmale Straße erreichbar, erst in den 1950er-Jahren setzte der klassische Urlaubstourismus ein. Und das sieht und fühlt man heute noch – man fährt durch die hübschen Kurstädte Bad Hofgastein und Bad Gastein, widmet seine Aufmerksamkeit ganz dem Bergpanorama und lässt die Seele baumeln. Gerne als „Monte Carlo der Alpen“ bezeichnet, liegt Bad Gastein nebelfrei auf 1.000 Meter Höhe mitten in den Hohen Tauern. Seine charmanten Häuser aus der Belle Epoque ziehen sich charakteristisch den steilen Hang hinauf. Wie wäre es mit einem kühlenden Sprung in den Badesee von Bad Gastein? Die Muskeln lockern sich beim Schwimmen, der Kopf wird frei, die Seele tankt auf. Dann wird es logistisch interessant: Die Tauernschleuse wartet. So wird die Auto- und Motorradverladung genannt, die zwischen Böckstein und Mallnitz per Eisenbahn direkt unter der 2.832 Meter hohen Gamskarlspitze hindurchführt. Die Züge verkehren jede halbe Stunde, die Fahrtzeit beträgt wenige Minuten. Zeit zum Reflektieren. Hinter Mallnitz machen wir einen kurzen und lohnenswerten Umweg zur Burg Groppenstein und bestaunen die weißen Mauern dieser prachtvollen Anlage. Weiter Richtung Obervellach. Gepflegte Fahrbahn, weite Bögen, traumhafte Panoramen – ein passender Schluss dieser Anti-Stress-Tour. Tourlänge: ca. 360 km Roadbook: Obervellach – Schloss Drauhofen – Spittal – Seeboden – Treffling – Gmünd – Kremsbrücke – Nockalmstraße – Ebene Reichenau – Turracher Höhe – Predlitz – Tamsweg – Neuseß – Twenger Talpass – Tauernpass – Altenmarkt – St. Johann – Bischofshofen – Dientner Sattel – Lend – Bad Hofgastein – Bad Gastein – Böckstein – Mallnitz – Burg Groppenstein – Obervellach Highlight: Die Katschberg Straße. Die B 99 verläuft von Spittal nach Bischofshofen. Sie ist ca. 114 km lang und erklimmt mit dem Radstädter Tauernpass (1.739 m) ihren höchsten Punkt. Die Katschberg Straße ist mit einer Steigung von 15 % und sehr engen Kehren und Kurven durchaus eine Herausforderung. Pässe-Info: Nockalmstraße             2042     10 %   11-5     34km Turracher Höhe            1783      23 %      -        30km Twenger Talpass          1381     14%      -        12km (von Mauterndorf kommend) Radstädter Tauernpass 1739      15 %     -         42km Dientner Sattel             1357     15 %     -         11km
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